Zum ersten Mal zweifelt die Ratingagentur Moody’s an dem Bestand der Bestnote AAA für die Kreditwürdigkeit der USA. Was zunächst relativ unspektakulär klingt, birgt “Welt Online” zufolge jedoch eine enorme Brisanz, denn eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA hätte Folgen für die ganze Welt.
Holger Sandte, Chefvolkswirt der WestLB, sieht die Meldung erst einmal gelassen, denn die größte Volkswirtschaft der Welt könne praktisch nicht pleite gehen, weil sie keine Schulden in Fremdwährungen hat. Demnach könnte sie im Notfall “einfach Dollar nachdrucken”.
Bis dato galten die USA als sehr gute Schuldner, doch angesichts der riesigen durch die Finanzkrise nötigen Rettungspakete könnte sich dies eventuell bald ändern. Die Geldgeber der USA beginnen sich Sorgen um ihr Geld zu machen, darunter auch China, das mit mit US-Staatsanleihen im Wert von 682 Milliarden Dollar der größte Gläubiger ist. Dabei ist noch nicht einmal der Verlust der Anleihenkurse entscheidend, sondern der Verfall des Dollar-Kurses, der in diesem Fall eintreten würde. Um zu verhindern, dass sie ihr investiertes Geld verlieren, könnten die Anleger sich zu einem Verkauf ihrer Staatsanleihen entschließen, was den Dollar noch weiter drücken würde. Dieser Teufelskreis kann nur verhindert werden, wenn China und Japan von einem Verkauf ihrer US-Staatsanleihen absehen. Da sie niemals die gesamten Anlagen in Euro-Anleihen tauschen könnten und die übrigen US-Papiere einen erheblichen Wertverlust erleiden würden, ist ein Verkauf auch nicht sehr wahrscheinlich.
Sandte hält eine Fluchtbewegung aufgrund den Entwicklungen bei privaten Pensionsfonds allerdings für durchaus denkbar. Devisenexperte Christian Apelt von der Landesbank Helaba geht davon aus, dass sich die Krise noch erheblich verschärfen müsse, bevor es zu einer dauerhaften Fluchtbewegung aus US-Anlagen komme.
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