Im Kampf gegen die immer ausuferndende Geldmarktkrise hat sich die US-Notenbank und das Finanzministerium zu einem dramatischen Schritt entschlossen. So teilte Federal Reserve am Dienstag mit, dass sie in Zukunft den Emittenten Liquidität durch den Ankauf unbesicherter kurzer Anleihen, so genannten Commercial Papers, zur Verfügung stellen will. Da Commercial Papers durch Krise auf den Finanzmärkten nahezu wertlos geworden sind, ist diese Maßnahme in der fast 100jährigen Geschichte der Fed einmalig. Normalerweise akzeptieren Zentralbanken als Sicherheiten nur erstklassige und vor allem liquide Wertpapiere als Sicherheiten. Die Commercial Papers erwarb Fed über eine außerbilanzielle Zweckgesellschaft.
Diese bis Ende April kommenden Jahres beschränkte Maßnahme wird vom US-Finanzministerium unterstützt und soll weitere substanzielle Verwerfungen an den Märkten, im Bankensystem sowie in der Wirtschaft verhindern, hieß es in der Fed-Mitteilung. Weiter hieß es, dass das Finanzministerium eine neue, speziell für diesen Zweck geschaffene Fazilität mit Einlagen ausstatten werde, um das Ausfallrisiko in Grenzen zu halten. Außerdem soll durch diesen Schritt der Fed der wichtige Markt für Commercial Papers wieder stabilisiert werden. In welchem Volumen Papiere angekauft werden sollen und welche Emittenten dafür in Frage kommen, blieb am Dienstag zunächst noch unklar. Der Markt wird von Fed auf 1,3 Billionen Dollar beziffert.
Die Ankündigung der Notenbank sorgte an den Börsen zunächst für Erleichterung und der Dow Jones tendierte zu Beginn im leichten Plus. Auch der Dax in Frankfurt stieg leicht. Für diesen ungewöhnlichen Schritt zollten einige Analysten der Fed Lob.
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