Eine Aufstellung der Tageszeitung „Die Welt“ macht deutlich, wer alles vom Schulden machen anderer Leute profitiert. In Deutschland sind rund 680.000 Mitarbeiter bei Banken und Sparkassen angestellt, die tagtäglich mit mit Geld anderer Leute umgehen, sei es Sparbücher verwalten, Geld von einem auf das andere Konto überweisen oder Banknoten ausgeben, sowie Mitarbeiter, die nicht direkt mit Geld in Berührung kommen, wie IT-Techniker oder Angestellte in der Verwaltung.
Mit dem Geld anderer Leute befasst sich ebenso ein vom Gericht beauftragter Insolvenzverwalter. In Deutschland bewahren 1900 Insolvenzverwalter Unternehmen und Privatpersonen davor, Insolvenz anmelden zu müssen. Sollte es ihm nicht gelingen, dem Unternehmen oder Privatperson aus den Schulden herauszuhelfen, trägt er dafür Sorge, dass zumindest Gläubiger ihr Geld möglichst zurückbekommen. Dass es erst gar nicht so weit kommt, dafür stehen überschuldeten Menschen in Deutschland rund 2000 Schuldnerberater in 1000 Beratungsstellen zur Verfügung. Sie bieten Überschuldeten neben Gesprächen, in denen die Einnahmen und Ausgaben der Schuldner erörtert werden, auch die Erstellung von Haushaltsplänen an. Häufig werden Schuldner jedoch von einem der 15.000 Inkassobüromitarbeiter der 750 zugelassenen Inkassobüros in Deutschland aufgesucht, die versuchen, unbezahlte Schulden einzutreiben. Sie werden von Firmen beauftragt, ihre unbezahlten Rechnungen einzutreiben. Um überhaupt etwas Geld zu bekommen, bemühen sich die Inkassobüromitarbeiter häufig um eine Vereinbarung zu Ratenzahlungen.
Um kurzfristig etwas Geld zur Verfügung zu haben, gehen immer mehr Menschen zum Pfandleiher. Bei den etwas mehr als 800 Pfandleihhausmitarbeitern geben sie häufig ihren Schmuck, Uhren oder auch Spielekonsolen in Zahlung, die vom Pfandleihhausmitarbeiter auf den Wert geschätzt werden, bevor sie dann einen Teil als Darlehen ausgezahlt bekommen. Allerdings haben sie meist nur drei Monate Zeit, das Darlehen mit Zinsen zurückzuzahlen, ansonsten werden die Gegenstände vom Pfandleiher weiterverkauft. Auch die mehreren Tausend Mitarbeiter von Kreditkartenfirmen, die den Zahlungsverkehr mit den Kreditkarten organisieren, verdienen ihr Geld durch die Schulden anderer Leute, denn wer mit Kreditkarte bezahlt, bekommt automatisch einen Kredit, wofür Zinsen fällig werden, die einmal im Monat bezahlt werden müssen.
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