Angesichts des demografischen Wandels in Deutschland müssen Konzepte entwickelt werden, die die erwarteten Einschnitte bei den sozialen Sicherungssystemen auffangen können. Ein Konzept, das der Verband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) aktuell diskutiert, ist das der “umgekehrten Hypothek”. Das Konzept der umgekehrten Hypothek oder “Immo-Rente”, das die Immobilie gleichzeitig als Behausung und als Einkommensquelle vorsieht, gibt es in den USA und Großbritannien schon länger.
Brigitte Wesierski, beim VÖB zuständig für Fördergeschäft und Corporate Finance, erklärt, dass mit diesem Konzept ältere Menschen ihre Immobilie finanziell nutzen und trotzdem weiterhin selbst darin wohnen können. Es handelt sich hierbei um ein mit einer Bankgarantie bis zum 110. Lebensjahr des Kunden kombiniertes Darlehen. Mit anderen Worten, der Bankkunde (Zielgruppe 60+), nimmt einen Kredit bei der Bank auf und beleiht seine Immobilie bis zur Grundschuld dafür. Die Grundschuld bzw. der Wert der Immobilie wird von der Bank selbst oder einem Gutachter ermittelt. Lebenslang wird dann eine gleichbleibende Rente auf 60-80% des Immobilienwertes gezahlt. Dieses Konzept soll z.B. Rentner mit niedrigem Einkommen ansprechen, die mit der Kreditsumme ihre Lebensqualität verbessern können. Gleichzeitig bleibt der Kreditnehmer aber trotzdem in der eigenen Immobilie wohnen. Die monatliche Rate wird vor allem aus der durchschnittlichen Lebenserwartung abgeleitet. Wenn der Kunde stirbt oder aber seine Immobilie nicht mehr bewohnen kann oder will, wird der Kredit fällig. Gehen Zahlungen darüber hinaus ein, sind diese durch ein Garantie-Entgelt abgesichert.
Die deutschen Förderbanken wollen die umgekehrte Hypothek ab dem nächsten Jahr anbieten. Voraussichtlich wird die Investitionsbank Schleswig-Holstein bereits im ersten Quartal ein entsprechendes Produkt anbieten, auch die Förderbanken in Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sind interessiert.
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