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Studenten nun auch von Bankenkrise betroffen

Geschrieben am: 14 Oktober 2008 in Kredite

Die Bankenkrise lässt nun auch den Schuldenberg bei den Studenten sprunghaft ansteigen, denn das Geldinstitut zieht seine Zinsen erneut an – auf sieben Prozent. Sie sollen nun auch für die Fehler der bundeseigenen Förderbank blechen. Bislang machen 43.000 Studenten diese Erfahrung am Stand der eigenen Schuldenuhr. Deutsche Banken sowie auch die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) starteten bei Einführung der Studiengebühren vor gut zwei Jahren mit auf Studenten zugeschnittenen Krediten. Der studentenfreundliche Zinssatz lag damals bei 5,2 Prozent. Jedoch wurde dies von den Studenten nur schleppend in Anspruch genommen, denn nur jeder 85. wandte sich im ersten Jahr an die KfW.

Das vermeintliche Sorglospaket der KfW verbirgt jedoch Tücken: denn der Zinssatz des Studienkredits ist variabel. Das heißt, die Bank kann in jeweils zum April und Oktober erhöhen, und zwar bis zu 9,2 Prozent – davon machen sie rege Gebrauch, denn schon ein Jahr nach der Einführung lag der Zinssatz bei 6,29 Prozent. Im Sommer diesen Jahres immerhin schon bei 6,4 Prozent. Am 9. Oktober (zwei Monate später) stieg der Zins erneut - aktueller Stand: glatte sieben Prozent. Davon betroffen waren auch die Häuslebauer, die sich für ihr Eigenheim einen Kredit ohne feste Zinsvereinbarung bei der KfW aufgenommen hatten. Experten vermuten beim Anstieg der Hypothekenzinsen über dem Marktdurchschnitt einen Zusammenhang mit der skandalösen 350-Millionen-Euro-Überweisung an die US-Investmentbank Lehman-Brothers. Durch diese skandalöse Überweisung war die KfW-Bank selbst in Schieflage geraten. Will sich die bundeseigene Bank nun auch auf Kosten der verschuldeten Studenten gesund stoßen?

Von der KfW liehen sich die Studenten bislang im Durchschnitt 477 Euro pro Monat. Der Kredit ist für viele der einzige Weg, die Studiengebühren pro Semester aufzubringen sowie ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Beispielsweise wird für einen Kredit über drei Jahre für ein Bachelor-Studium gut 17.000 Euro von der KfW benötigt. Der zurückzuzahlende Betrag war bislang schon beträchtlich. Beginnt der Student ein Jahr nach dem Studium mit der Tilgung über zehn Jahre, zahlte er bisher etwas mehr als 26.000 Euro zurück. Bei dem neuen Zinssatz von sieben Prozent ergeben sich bei gleicher Berechnung daraus jetzt 27.000 Euro.

Nur Bafög-Berechtigte kommen da billiger weg, da bei der staatlichen Studentenstütze die Hälfte des Geldes erlassen wird und die andere Hälfte als zinsloses Darlehen an den Staat zurückgezahlt werden muss. Obwohl die Bafög-Freibeträge der Eltern erhöht wurden und die höchstmögliche Fördersumme auf 643 Euro pro Monat anstieg, ist es immer noch schwer, überhaupt Bafög zu bekommen. Außerdem ist der Antrag mit bürokratischem Aufwand und monatelangen Wartezeiten verbunden. Ob es sich bei der aktuellen Erhöhung des Zinssatzes für den KfW-Studienkredit endlich seinen Höhepunkt erreicht hat, ist nicht sicher, denn der garantierte Höchstzinssatz liegt fest bei 9,2 Prozent. Damit hätte die KfW theoretisch noch Luft nach oben.

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