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Anders als in den USA und Großbritannien, wo die Revolving-Kreditkarte für viele Konsumenten aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken ist, konnte sie in Deutschland bisher keinen Fuß fassen. Doch die Umsetzung einer neuen EU-Richtlinie könnte das in Deutschland sehr schnell ändern.

Viele Banken bewerben mittlerweile die umstrittene Revolving-Kreditkarte mit Schlagworten wie Unabhängigkeit und Flexibilität. Durch die Revolving-Kreditkarten, bei denen immer nur ein bestimmter Betrag pro Monat zurückgezahlt wird, werden viele Kunden zum vermehrten Geldausgeben animiert. Jedoch verbleibt der noch offenstehende Betrag als Schuldenbetrag auf dem Kreditkartenkonto, wofür oft horrende Zinsen anfallen können. Einige Anbieter fordern bis zu 20 Prozent und mehr. Ein konkretes Beispiel: Sind auf der Revolving“-Kreditkarte noch 500 Euro offen und zahlt fortan monatlich 25 Euro zurück, wird ein Effektivzins von knapp 15 Prozent fällig, und das insgesamt 23 Monate lang. Dabei fallen rund 70 Euro Zinsen an.

Anders sieht es bisher noch bei den deutschen Kreditkartenbenutzern aus. Sie besitzen oftmals eine sogenannte Debit- oder Charge-Karte zum bargeldlosen Einkauf. Anders als bei der Revolving-Kreditkarte werden hier die Beträge innerhalb eines Monats vom Girokonto abgebrucht. Es wird also kein Darlehen gewährt, und so fallen auch keine Zinsen an. Allerdings kann ein Kunde, der sein Konto genau im Auge behält, von dieser „Aufladekarte“ - nichts anderes bedeutet „revolvering“ - profitieren. Er kann den Zahlungsaufschub von ein paar Tagen für sich nutzen und rechtzeitig sein Minus durch eine kostenlose Sondertilgung wieder auffüllen, ohne dass Zinsen dafür fällig werden. Jedoch nicht nur Kritiker und Verbraucherzentralen sehen dem Angebot mit gemischten Gefühlen entgegen. Man befürchtet, dass ähnliches wie in den USA passieren könne.

Allerdings können nach einem aktuellen Gesetzentwurf der Bundesregierung im Zuge der Reform des Zahlungsdienstrechts nicht nur Banken die Revolving-Karten anbieten, sondern auch Dienstleister, die keine Banklizenz besitzen oder der Bankenaufsicht angehören. Das Gesetz befindet sich derzeit noch in der parlamentarischen Beratung. Das geplante Gesetz will eine Rückzahlungsfrist von zwölf Monaten zulassen, der VZBV fordert jedoch die Änderung dahingehend, dass Kartenkredite in jedem Fall innerhalb von vier Monaten zurückgezahlt sein müssen.

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