Eine Erhebung der Stiftung-Warentest-Zeitschrift „Finanztest“ ergab, dass normale Hypothekenkredite im Vergleich zu Wohn-Riester-Darlehen günstiger sind. Jedoch könnte sich das ihrer Ansicht nach ändern, wenn ein Großteil der Banken und Versicherungen den Bausparkassen, nicht kampflos das Feld überlassen würden, denn bisher bieten nur wenige die geförderten Kredite an. Berechnungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zufolge wurden im Jahr 2008 bereits 40.000 Wohn-Riester-Verträge abgeschlossen. Finanzkreisen zufolge entfallen rund 90 Prozent der abgeschlossenen Verträge auf die Bausparkassen. Allerdings bieten die Bausparkassen nicht nur die Wohn-Riester-Darlehen, sondern auch die Riester-Bausparverträge an, bei denen bereits die Kapitalbildung von der Bundesregierung gefördert wird. „Wegen des geringen Wettbewerbs sind Riester-Darlehen im Schnitt teurer als ungeförderte Hypothekenkredite“, sagt Finanztest-Experte Jörg Sahr.
„Finanztest“ stellte Berechnungen an, wobei Anfang März die Top-Zinssätze für Wohn-Riester-Darlehen um 0,4 Prozentpunkte über den besten Konditionen normaler ungeförderter Hypothekenkredite lagen. Das bedeutet für ein Darlehen über 200.000 Euro im ersten Jahr eine zusätzliche Zinslast von 800 Euro, wogegen die Riester-Förderung maximal nur 608 Euro im Jahr beträgt (Familie mit einem Kind). Pro Jahr erhalten Erwachsene eine Riester-Förderung von 154 Euro sowie für jedes Kind, das bis 2007 geboren wurde 185 Euro. Für Kinder, die ab 2008 geboren wurden, gibt es 300 Euro.
Nach Meinung des Finanzexperten Sahr sind die Wohn-Riester-Darlehen so teuer, weil Banken mit traditionell günstigen Zinsangeboten sich bislang aus diesem Geschäft fernhalten. „Es ist ärgerlich, dass ein Großteil der Förderung durch unnötig hohe Zinsen verloren geht.“ Dennoch rät Sahr, dass die meisten Erwerber von Eigenheimen und Eigentumswohnungen auf die staatlichen Zuschüsse nicht verzichten sollten, denn auf lange Sicht seien Wohn-Riester-Darlehen für die meisten Käufer aufgrund der Zulagen und STeuervorteile immer noch die günstigere Variante. Allerdings hängt der Vorteil von der Einkommenshöhe, des Darlehensbetrags sowie der Zahl der Kinder ab. „Im besten Fall können Familie mehr als 50.000 Euro durch die Wohn-Riester-Darlehen sparen“, sagt der Finanzexperte.
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