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Spanien: Mahnschreiben per SMS

Geschrieben am: 5 Mai 2009 in Schulden

Ein katalanischer Telekomanbieter namens Lleida.net hat ein System der Einschreiben per SMS entwickelt. Laut dem Lleida-Geschäftsführer Sisco Sapena wurde das System im Herbst letzten Jahres erstmals eingesetzt und bis Jahresende wurden 250.000 SMS verschickt. 2009 rechnet Sapena mit 20 Millionen versendeten SMS.

Das vor 15 Jahren als Internetprovider gegründete Unternehmen profitiert vor allem durch die Wirtschaftskrise in Spanien, da sich die Zahlungsmoral der Spanier noch weiter verschlechtert hat. Das Unternehmen bietet seinen Kunden den Versand rechtsgültiger Dokumente per SMS schon ab 80 Cent an. Anwälte, Gerichtsbevollmächtigte, Versorgungsunternehmen, Versicherungen sowie die öffentliche Verwaltung oder auch Privatpersonen können so ein sehr preiswertes Mahnsystem ganz bequem vom Computer aus in Anspruch nehmen, denn jede Nachricht wird mit Text, Datum und Uhrzeit auf einem neutralen und kontrollierten Rechner gespeichert. Lleida.net versendet an jeden Benutzer eine Empfangsbestätigung, die als digital gestempeltes Dokument vor Gericht verwendet werden kann. „Je mehr die Wirtschaftskrise sich in Spanien ausweitet, um so mehr Firmen nehmen den von uns entwickelten Dienst in Anspruch“, so Geschäftsführer Sapena.

Durch das neue Verfahren sparen Gläubiger und öffentliche Verwaltungen nicht nur Geld, sondern der Service ist auch obendrein noch ökologisch, da weder Tinte noch Papier anfallen. Nachdem eine simple SMS als Mahnschreiben Gültigkeit vor Gericht hat, strebt Lleida.net außerdem an, der spanischen Post in der Versendung von Einschreiben Konkurrenz zu machen. Weiterhin plant das spanische Unternehmen, das von der spanischen Zeitschrift „Tramite Parlamentario“ mit dem Preis für Neue Technologien ausgezeichnet wurde, seine Geschäfte in Deutschland auszubauen, wo Lleida.net mittlerweile ein Dutzend Kunden betreut, sowie nach Frankreich und Italien zu expandieren.

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