Laut einer Prognose der Wirtschaftsauskunftdatei Creditreform werden im kommenden Jahr zwischen 153.000 und 160.000 Verbraucher Insolvenz beantragen – mehr als je zuvor und ein Ende des Negativtrends ist nicht in Sicht.
Schon in diesem Jahr überschritt die Anzahl der zahlungsunfähigen Privatpersonen die Grenze von 100.000 Pleiten, zum ersten Mal seit der Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999. Damit stieg die Anzahl der Konkurse um 18,3% gegenüber dem Vorjahr auf 109.330 – trotz guter Konjunktur und sinkenden Arbeitslosenzahlen. Creditreform-Vorstand Helmut Rödl erklärte am Dienstag bei der Präsentation der Studie, dass ein wirtschaftlicher Aufschwung eben nicht vor einer Pleite schütze. Durch Jobverlust, schlechte Haushaltsführung oder Scheidung können mittlerweile 10% der Erwachsenen ihre finanziellen Verpflichtungen auf absehbare Zeit nicht begleichen und nach Rödl wird sich dies auch 2009 nicht ändern. Aber auch die gestiegene Inflationsrate mit hohen Preissteigerungen in den Bereichen Lebensmittel, Energie und Benzin stellen für viele Haushalte eine zusätzliche Belastung dar. Insgesamt gibt es 7,3 Millionen überschuldete Bürger in Deutschland, die potentielle Antragssteller für eine private Insolvenz sind.
Anders als bei den Privathaushalten, ist der Aufschwung bei den Unternehmen jedoch zu spüren, hier gingen die Firmenpleiten 2007 im Vergleich zum Vorjahr um 10,4% zurück und beliefen sich insgesamt auf 27.490 Fälle. Das entspricht etwa dem Niveau von 1999/2000, bevor es zu dem Börsencrash am Neuen Markt kam.
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