Das Landgericht Deggendorf hat drei Kreditbetrüger zu teilweise langen Haftstrafen verurteilt. Wegen gemeinschaftlich begangenen Betrugs in 35 Fällen und versuchten Betrugs in 10 Fällen erhielt der 48-jährige Haupttäter, ein Speditionskaufmann aus Berlin, eine Haftstrafe von 8 Jahren. Bei seiner 68-jährigen Komplizin, einer Kauffrau aus Deggendorf wurde eine wahnhafte Störung festgestellt, wegen der sie schuldunfähig ist. Sie wurde in eine Psychiatrie eingewiesen, weil nicht auszuschließen sei, dass sie weitere Straftaten verübe, so das Gericht. Ihr 40-jähriger Sohn, Industriekaufmann, wurde wegen Beihilfe zum Betrug und Verstoßes gegen das Kriegswaffengesetz zu einer Haftstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten verurteilt. Die Polizei fand bei einer Hausdurchsuchung bei ihm unter anderem eine zerlegte, aber funktionsfähige Handgranate.
Alle drei Täter waren bereits wegen ähnlicher Taten vorbestraft, der Haupttäter wurde vor 8 Jahren schon einmal zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt. Nach Ansicht der 1. Großen Strafkammer glichen die damaligen Taten den heutigen “wie ein Abziehbild dem anderen”.
Das Gauner-Trio hatte zahlreiche Menschen mit dem Versprechen auf günstige Kredite angelockt. Dabei wurden ihnen hohe Millionenkredite, ausgegeben von einem russischen Millionär, zu einem Zinssatz von maximal 3% versprochen. Die Geschädigten haben jeweils 8600 Euro für angebliche Kreditgebühren gezahlt, das versprochene Darlehen aber niemals erhalten. Insgesamt beläuft sich der Schaden auf rund 640.000 Euro.
Die Anwälte der drei Täter planen, gegen das Urteil Berufung einzulegen.
Kommentar schreiben