Um umweltfreundliche Innovationen zu fördern, stellt die Europäische Investitionsbank der europäischen Autoindustrie zinsbegünstigte Kredite in Höhe von 40 Milliarden Euro zur Verfügung.
Nach einem Treffen mit den Chefs der größten Konzerne zeigte EU-Industriekommisar Günter Verheugen Verständnis für deren Lage: „Europas Autokonzerne kommen derzeit von zwei Seiten unter Druck: Die Wirtschaftskrise bringt Umsatz- und Ertragseinbrüche, und die Politik fordert rasche Innovationen, um Spritverbrauch und Schadstoffausstoß zu senken.“ Deshalb fördere die EU-Kommission Überlegungen der Europäischen Investitionsbank (EIB), durch gestützte Kredite im Gesamtvolumen von 40 Milliarden Euro „grüne“ Innovationen zu unterstützen. Wie Verheugen betonte, gehe es hierbei nicht um „irgendwelche Zuschüsse“ für die Industrie, sondern um von der EIB zur Verfügung gestellte zinsbegünstigte Kredite, die kein Privileg nur für die Autoindustrie seien, sondern allen zur Verfügung stünden. Bei den Eigentümern der Bank – den EU-Staaten - liege die Entscheidung über ein solches Kreditpaket und den Zeitplan.
Die Alarmglocken schrillen auch in Österreich, da auch hier in der Autoindustrie massiv Personal abgebaut oder Kurzarbeit angesetzt wird. Deshalb plädiert Wirtschaftsminister Martin Bartenstein für den Sektor ein umfassendes Stützungsprogramm: „Wir müssen der Industrie ebenso helfen wie die USA.“ Denn allein in Österreich seien rund um die Autozulieferer „hunderttausende Arbeitsplätze betroffen“. Auch Christian Streiff, Präsident des europäischen Dachverbands von Automobilherstellern (ACEA) und Chef des französischen Autokonzerns PSA Peugeot Citroën betonte, dass die Industrie angesichts der Finanzkrise „angemessene, vorübergehende Unterstützung“ brauche. Der Nachfrageeinbruch bedingt durch die Finanzkrise sowie notwendige Investitionen zur Umsetzung der geplanten neuen CO2-Ausstoß-Grenzen für Autos in der EU bringe die Wettbewerbsfähigkeit der Branche an ihre Grenzen. Die geplanten Strafen für die Hersteller, die die vorgegebenen Limits überschreiten, seien „einfach verrückt für uns“. Die neuerlich geplanten Strafzahlungen, die in dem EU-Gesetzesvorschlag vorgesehen sind, kritisierte auch Verheugen und sieht sie als zu hoch. Seiner Meinung nach ist die Ankurbelung der Autonachfrage notwendig. Eine Möglichkeit dafür wären Verschrottungsprämien für ältere Fahrzeuge, weil damit gleichzeitig der Schadstoffausstoß der Fahrzeugflotten gesenkt werde, sagte EU-Industriekommissar Verheugen.
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