News in der Kategorie ‘Wirtschaft’
Geschrieben am: 26 März 2009 in
Wirtschaft
Nachdem schon Ungarn, Lettland sowie die Ukraine zur Rettung ihrer Wirtschaft auf die Hilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgegriffen haben, hat sich nun auch Rumänien den IWF um Hilfe zur Abfederung der globalen Wirtschaftskrise gebeten. Nach Abschluss der Verhandlungen in Rumäniens Hauptstadt Bukarest erklärte der Chef der IWF-Mission, Jeffrey Franks, dass der IWF, die EU sowie weitere internationale Organisationen Rumänien eine Krisenhilfe in Höhe von 19,95 Milliarden Euro gewähren. Der IWF wird davon in einem zweijährigen Stand-by-Kredit 12,95 Milliarden Euro zur Verfügung stellen, erklärte Franks weiter. Weitere fünf Milliarden Euro werde die Europäische Kommission aus dem Notfallfonds der EU zu dem Kreditpaket beitragen. Auch die Weltbank sowie die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) in Zusammenarbeit mit anderen Instituten würden sich mit jeweils einer Milliarde Euro an dem Kreditpaket für Bukarest beteiligen. Allerdings sind an die Auszahlung des Milliardenkredits für die Regierung in Bukarest strenge Auflagen gekoppelt. Allein in Rumänien rechnet der IWF mit einem schrumpfen der Wirtschaft um vier Prozent, hieß es weiter, da das ärmste EU-Land aufgrund der Wirtschaftskrise derzeit mit massiven Kapitalabflüssen zu kämpfen hat.
Wie der serbische Wirtschaftsminister Mladjan Dinkic mitteilt, habe sich auch Serbien nach zweiwöchigen Verhandlungen mit dem IWF über einen drei Milliarden-Euro Kredit geeinigt, wodurch auch die Voraussetzungen zur Refinanzierung der Schulden bei ausländischen Privatbanken geschaffen sei. Allerdings müsse das schwer angeschlagene Serbien als Bedingung seine staatlichen Ausgaben drastisch beschneiden.
Geschrieben am: 26 März 2009 in
Wirtschaft
Der Sportwagenbauer und VW-Merheitsaktionär Porsche hat trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage von Banken neue Kredite in Höhe von über 10 Milliarden Euro erhalten. Mit diesem Geld können Unternehmensangaben zufolge fällige Verbindlichkeiten in gleicher Höhe getilgt werden.
In der Nacht zum Mittwoch einigte sich der Autobauer mit einem Konsortium aus 15 Banken, darunter Barclays, Commerzbank, Deutsche Bank und LBBW, über den Kreditrahmenvertrag. Wegen der Wirtschaftskrise und der weltweiten Finanzsituation wollten die Kreditgeber zunächst weitere Überprüfungen vornehmen. Die jetzt vereinbarten Darlehen, die zu “marktüblichen” Konditionen vergeben wurden, stammen auch von Banken, von denen Porsche bislang keine Kredite bekommen hätten. Wie aus Finanzkreisen zu verlauten war, hatte Porsche die Konditionen nachgebessert, nachdem die Banken gezögert haben.
Möglicherweise erhält Porsche im April weitere 2,5 Milliarden Euro von japanischen Banken. Dieses Geld soll in den Kauf von VW-Aktien fließen, damit das Unternehmen seinem Ziel, 75% der Aktien bei VW zu halten, näher kommt.
Geschrieben am: 23 März 2009 in
Wirtschaft
Nach Angaben der KfW Förderbank wurden bis Ende letzter Woche nur 400 Kreditanträge mit einem Gesamtvolumen von 1,3 Milliarden Euro aus dem Wirtschaftsfonds gestellt. Insgesamt steht ein Kreditvolumen von 40 Milliarden Euro zur Verfügung. Den zögerlichen Start bezeichnete die KfW als “ganz normalen Prozess”. Da zunächst angekündigt wurde, dass die Konditionen noch verbessert werden, hätten viele Unternehmen abgewartet. Nun stehen die Bedingungen fest und deshalb erwarte man einen deutlichen Anstieg der Kreditanträge in den nächsten Monaten.
Die 40 Milliarden Euro setzen aich aus 15 Milliarden Euro aus dem Konjunkturpaket I (für mittelständische Unternehmen) und 25 Milliarden Euro aus dem Konjunkturpaket II zusammen.
Zurzeit ist eine Spezifizierung der Kreditanträge nach Branchen noch nicht möglich. In den nächsten Tagen sollen jedoch die Ergebnisse aus Befragungen verschiedener Verbände wie dem Verband der Automobilindustrie und der Wirtschaftsvereinigung Metalle nach der Annahme des Programms vorliegen. Wirtschaftsexperten berichten von einem enormen Informationsbedarf, aus dem sich mit einer zeitlichen Verzögerung durchaus eine starke Kreditnachfrage ergeben könnte.
Geschrieben am: 19 März 2009 in
Wirtschaft
Der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM) hat den Banken vorgeworfen, durch zu hohe Risikoscheu bei der Kreditvergabe an Unternehmen die Finanzierung des Mittelstands zu gefährden. Desweiteren wird ihnen vorgeworfen, sogar Kredite aus Mitteln der staatlichen Förderbank KfW zu blockieren, obwohl die Staatsbank einen Teil der Kredithaftung und somit auch das Risiko übernimmt. „Wir haben das Gefühl, dass Banken die KfW-Produkte durchaus als Konkurrenzprodukte ansehen“, sagte WSM-Hauptgeschäftsführer Andreas Möhlenkamp gegenüber „pressetext“. Da die Stahlbranche gerade aufgrund des massiven Nachfragerückgangs ihres Hauptabnehmers, der Automobilindustrie unter Druck geriet, kämpfen die Unternehmen nun um den Zugang zu den KfW-Sonderprogrammen. Jedoch wird sich an der Kreditvergabepraxis vorerst nichts ändern.
Wie die Financial Times Deutschland berichtete, sind die Bonitätsprüfungen der Banken den Branchenvertretern zu streng. Jedoch argumentieren diese, dass ihre Kreditkonditionen unverändert oder sogar lockerer geworden seien. „Wir vertreten mitunter rund 50 Prozent der Automobilzulieferer. Für sie ist es deutlich schwieriger geworden, an Geld zu kommen“, betonte Möhlenkamp. Doch gerade in diesem Sektor sei ein hohes Maß an Liquidität erforderlich, da das Automobilsegment und die Mobilität im Allgemeinen zukunftsträchtig seien, meinte er.
Der Verband fordert deshalb mehr politischen Einfluss, damit die Gelder aus dem Förderprogramm auch tatsächlich bei den Unternehmen ankommen. „Die Bonitätsanalysen der Banken müssen sich verbessern“, sagte Möhlenkamp in einem pressetext-Gespräch. Von den Instituten wurden der KfW bisher lediglich Anträge in Höhe von 900 Mio. Euro aus dem 15 Mrd. Euro-Kreditprogramm für Mittelständler zugesandt. Das eine Woche junge Kreditprogramm in Höhe von 25 Mrd. Euro für große Unternehmen dürfte aufgrund des Finanzierungsnotstands bei der KfW für einen Ansturm sorgen. Jedoch müssen die Hausbanken dazu die Mittel weiterleiten und auch die nötigen Darlehen vergeben.
Geschrieben am: 17 März 2009 in
Wirtschaft
Die Billigfluglinie SkyEurope teilte am Wochenende mit, dass ihr Großaktionär York Global Finance ihr erneut einen Zahlungsaufschub für seinen Kredit in Gesamthöhe von 25 Millionen Euro gewährt hat. Der Fälligkeitstermin wurde von dem 15. März einen Monat nach hinten auf den 15. April verschoben. York hatte der Airline schon Mitte Februar einen Zahlungsaufschub gewährt, die Rückzahlung des Kredits war eigentlich schon im letzten Herbst fällig gewesen, berichtet die Nahrichtenagentur Reuters.
Die Fluggesellschaft, die seit Dezember 2007 mit Darlehen von York über Wasser gehalten wird, kämpft immer noch mit massiven finanziellen Schwierigkeiten und kündigte ebenfalls an, die Veröffentlichung des Jahresabschlusses zum Stichtag 30. September 2008 noch einmal zu verschieben. Begründung: Der Vorstand der SkyEurope Holding AG würdige weiterhin “gewisse wichtige Beurteilungen im Zusammenhang mit diesem Jahresabschluss”. Der geprüfte Jahresabschluss soll spätestens am 15. April veröffentlicht werden, so die Einschätzung des Vorstandes.
Den vorläufigen Zahlen zufolge erzielte SkyEurope im letzten Jahr einen Verlust von 59 Millionen Euro. Im ersten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres soll die Fluggesellschaft 52,8 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet haben, das entspricht einem Verlust von 11,45 Millionen Euro. Dabei soll der Dinanzmittelbestand auf 1,1 Millionen Euro geschrumpft sein und das Eigenkapitel inzwischen bei minus 79,4 Millionen Euro liegen.
Geschrieben am: 13 März 2009 in
Wirtschaft
Im Auftrag des Bankenfachverbandes startete TNS Infratest im Januar 2009 eine Studie zur Investitionsfinanzierung in Deutschland, zu der sie 500 Unternehmen befragte. Die Studie ergab, das rund 21 Prozent der Unternehmen ihre Anschaffungen wie Autos, Computer oder Maschinen durch Kredite finanzieren. Von den Befragten gaben 14 Prozent an, Investitionen durch Leasing zu realisieren und 7 Prozent finanzieren sie aus anderen Mitteln. Auch machte die Studie deutlich, dass die Unternehmen die Finanzierung ihrer Anschaffungen immerhin zu 58 Prozent aus eigenen Mitteln bestreiten.
Aufgrund der Wirtschaftskrise plant laut der Studie gut ein Viertel der Befragten in den nächsten 12 Monaten weniger Investitionen zu tätigen und für mehr als die Hälfte soll es beim derzeitigen Investitionsvolumen bleiben. Den Investitionssausbau planen immerhin 18 Prozent der Unternehmen, wobei hier besonders kleinere und mittlere Betriebe optimistischer sind als große Konzerne.
Entscheidend bei der Wahl eines entsprechenden Finanzierungspartners sind laut der TNS-Studie für die Unternehmen neben günstigen Konditionen vor allem auch gute Branchen- und Objektkenntnisse. Dabei stehen Kreditbanken für Investitionen mobiler Teile bei den Unternehmen noch vor den Sparkassen und Genossenschaftsbanken.
Geschrieben am: 13 März 2009 in
Wirtschaft
Medienberichten zufolge setzte sich die schwedische Regierung in Form einer Staatsbürgschaft zur Rettung des Automobilherstellers Volvo ein. Der Pkw-Hersteller Volvo hatte bei der Europäischen Investitionsbank (EIB) einen Kredit über 5 Mrd. Kronen (445 Mio. Euro) beantragt, dem nun von Seiten der EIB intern zugestimmt wurde. Die offizielle Bestätigung werde nach Äußerungen der schwedischen Handelsministerin Ewa Björling gegenüber der „Financial Times“ (Donnerstagsausgabe) am Donnerstag bekanntgegeben.
Volvo will im laufenden Jahr durch ein drastisches Kostensenkungsprogramm, in dem 500 Mio. Kronen (etwa 50 Mio. Euro) eingespart werden sollen, seine Wettbewerbsfähigkeit sichern. Zur Erhaltung der 48.000 Arbeitsplätze im Konzern sollen die Produktionszahlen in den schwedischen und belgischen Werken gekrüzt werden und die Mitarbeiter müssen 2009 und 2010 auf Bonizahlungen verzichten. Das Management wird ebenfalls auf 5 Prozent ihrer Bezüge verzichten müssen.
Für den zum US-Konzern GM gehörenden insolventen Autobauer Saab dagegen lehnte die schwedische Regierung jegliche Unterstützung ab, da Saab bisher keine aussichtsreichen, unterstützungswürdigen Vorschläge vorlegen konnte.
Ewa Björling begrüßte den Vorschlag von EU-industriekommissar Günter Verheugen bezüglich eines Treffens aller Lände rmit GM-Tochterunternehmen, kritisierte allerdings die Forderung der Sozialdemokraten zur Rettung der GM-Tochter Opel. vor allem eine Teilverstaatlichung „sei ein Schritt in die falsche Richtung“.
Geschrieben am: 8 März 2009 in
Wirtschaft
Von der Finanzkrise schwer getroffenen Unternehmen können ebenso wie angeschlagene Banken noch in der ersten Märzhälfte Staatshilfe beantragen, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllen. Entscheidend sei z.B. ob das Unternehmen eine besondere Bedeutung für Innovation oder Beschäftigung hat. Ein weiterer wichtiger Aspekt sei, obdie Firma ein tragfähiges Zukunftskonzept vorlegen kann und ob es regionalpolitisch bedeutend sei. Die Hilfen durch den Staat dürfen grundsätzlich nicht “dauerhaft oder gravierend” den Wettbewerb verzerren.
Die Regierung wird sich bei der Vergabe von sehr großen Krediten (ab 150 Millionen Euro) und Bürgschaften (ab 300 Millionen Euro) von einem so genannten Lenkungsrat beraten lassen. Der Rat besteht aus dem früheren BDI-Präsidenten Michael Rogowski, dem Chef der Industriegewerkschaft BCE, Hubertus Schmold, dem ehemaligen niedersächsischen Wirtschaftsminister Walter Hirche, dem früheren Wirtschaftsstaatssekretär Alfred Tacke, dem Unternehmer Jürgen Heraeus (Technologiekonzern Heraeus), dem Unternehmer Nikolaus Knauf (Gipswerke Knauf), dem früheren Schering-Chef Hubertus Erlen und dem Bonner Ökonomen Martin Hellwig. Die Entscheidung über hohe Kredite und Bürgschaften trifft ein Lenkungsausschuss, der sich aus Staatssekretären aus Wirtschafts-, Finanz- und Justizministerium und einem Vertreter aus dem Kanzleramt zusammensetzt. Am Montag kam der Lenkungsausschuss zum ersten Mal zusammen.
Von dem staatlichen Hilfspaket in Höhe von 100 Milliarden Euro entfallen 25 Milliarden Euro auf ein Kreditprogramm der staatlichen KfW-Bank und 75 Milliarden Euro auf ein Bürgschaftsprogramm des Staates. Dem Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) Steffen Moritz zufolge werde nur dann Hilfe zugesagt, wenn alle anderen Möglichkeiten der Finanzierung des Unternehmens ausgeschöpft seien.
Geschrieben am: 3 März 2009 in
Wirtschaft
Um die Autobranche nachhaltig zu unterstützen und Arbeitsplätze zu sichern, forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf dem EU-Sondergipfel weitere Programme mit Krediten. Vorgeschlagen wurde, den finanziellen Rahmen der Europäischen Investitionsbank (EIB) für Antriebstechnologie zu erhöhen, nicht jedoch, alle von den Konzernen gewünschten Kreditforderungen nachzugeben. Merkel bezeichnete diese Hilfe aufgrund der hohen Nachfrage in moderne Antriebstechnologien als möglichen Konjunkturimpuls.
Die EIB stellte der Branche für das aktuelle und das nächste Jahr Kredithilfen in Höhe von rund 4 Milliarden Euro in Aussicht. Unter bestimmten Voraussetzungen können Autobauer und Zulieferunternehmen auch andere Kreditmöglichkeiten der Bank in Anspruch nehmen. Bis Ende März sollen Darlehen von insgesamt 6,8 Milliarden Euro fließen. Über eine Aufstockung der Kreditlinien müssen die EU-Regierungen entscheiden.
Zahlungen aus dem Hilfsfonds der EU für Ungarn und andere osteuropäische Länder lehnte die Kanzlerin jedoch ab. Ungarn forderte die Einrichtung eines Solidaritätsfonds in Höhe von bis zu 190 Milliarden Euro. Merkel zufolge wird Ungarn und anderen Ländern auch weiterhin von den internationalen und europäischen Finanzinstitutionen geholfen, aber nicht allen mittel- und osteuropäischen Ländern sei die gleiche Situation gegeben. Auch andere Mitgliedsstaaten und der tschechische EU-Vorsitz haben sich bereits gegen einen solchen Osteuropa-Fonds ausgesprochen.
Geschrieben am: 25 Februar 2009 in
Wirtschaft
Die Finanzlage des deutschen Autobauers Opel stellt sich schlimmer da als zuletzt angenommen. Medienberichten zufolge erwägt die Bundesregierung, Opel einen Schnellkredit zu gewähren, damit der Hersteller Löhne, Gehälter und fällige Rechnungen von Zulieferern bezahlen kann. Mit einem solchen Kredit könne dem Konzern schneller geholfen werden als mit einer Bürgschaft. Von der Bundesregierung gibt es hierzu bislang noch keine offizielle Stellungnahme, aus dem Kanzleramt hieß es lediglich, dass die Gespräche mit Opel noch bevorstehen. Wie ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums erklärte, müsse zunächst ein Sanierungsplan vorliegen, bevor überhaupt Hilfen in Betracht gezogen werden. Dieser Plan wird am morgigen Freitag erwartet. Gefährdete Unternehmen würden normalerweise mit einer Bürgschaft von Bund und Ländern unterstützt werden.
Unions-Fraktionsvize Michael Meister erklärte gegenüber dem Bocholter-Borkener Volksblatt, dass er empfehle, bei dem bewährten Instrument der Bürgschaft zu bleiben und von einem Kredit abrate. Er sieht weder die Bundestagsabgeordneten noch die Bundesregierung in der Lage, Kreditentscheidungen zu beurteilen.
Auch die bundeseigene Förderbank KfW erteilte bereits eine Kreditabsage. Grünen-Politiker Jürgen Trittin kritisiert eine mögliche Finanzspritze des Staates, ohne dass er hierfür eine Gegenleistung erhält. Seiner Ansicht nach dürften nur dann Steuergelder investiert werden, wenn der Staat an dem Unternehmen beteiligt wird und echte Mitspracherechte in der Unternehmenspolitik ausüben darf. Die Bundesregierung lehnt eine direkte Beteiligung an Opel jedoch ab.