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Die Kreditgeschäfte in den USA sind bereits für einige deutsche Banken zum Verhängnis geworden. So kämpft die Bayrische Landesbank, ebenso wie die West-LB mit milliardenschweren Abschreibungen. Da ist groß Reinemachen bei den Banken angesagt.

So auch bei der Deutschen Bank, die jetzt angeblich 5 Milliarden US-Dollar an Krediten zur Übernahmefinanzierung verkauft haben soll. Leider war heute Niemand zu einer Stellungnahme bereit. Verkauft wurden diese Kredite an Beteiligungsgesellschaften in den USA. Doch auch für Europa sind laut mit dem Vorgang vertrauten Personen ähnliche Schritte zu erwarten. Generell sind solche Geschäfte aber aufgrund der Finanzmarktkrise sehr schwierig. Im Gespräch sind derzeit bis zu 90% des Nominalwerts der Kredite, die verkauft worden sein sollen. Ergebnis des eher schwierigen Verkaufs sind die oben bereits angesprochenen Abschreibungen, die auch bei der Deutschen Bank etwa schon fünf Milliarden US$ ausgemacht haben sollen. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.

Die Deutsche Bank teilte in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht mit, dass sie doch stärker unter der Finanzkrise leiden könnte, als zunächst vermutet. So sieht die Deutsche Bank ihr angepeiltes Gewinnziel für 2008 in Gefahr. Der bereinigte Vorsteuergewinn von 8,4 Milliarden Euro könnte so wegen dem eingetrübten wirtschaftlichen Umfeld nicht zu erreichen sein. Die Bank kann die Rückgänge, die durch die Krise verursacht wurden, auch nicht durch Gewinne in anderen Geschäftsbereichen auffangen. 2007 hat die Deutsche Bank Milliarden durch die US-Immobilienkrise eingebüßt, konnte aber trotzdem den Gewinn um sieben Prozent auf 6,5 Milliarden Euro ausbauen.

Mit dem Geschäftsbericht wurde auch das Gehalt des Deutsche-Bank-Chefs Josef Ackermann bekannt. In 2007 verdiente er knapp 14 Millionen Euro und gehört damit weiterhin zu den Spitzenverdienern Deutschlands. Das Gehalt setzt sich aus rund 1,2 Milliarden Euro Grundgehalt und erfolgsabhängigen Komponenten zusammen.

Nach Ansicht der Ratingagentur Moody´s könnten der Bayern LB doppelt so hohe Verluste ins Haus stehen, wie bereits angekündigt. Am Dienstag verkündete Moody´s in London, dass die Bank eventuell 3,8 Milliarden Euro abschreiben muss. Schuld an dem enormen Verlust hat haben Subprime-Kredite mit einem Gesamtwert von über 4 Milliarden Euro, die sich im Portfolio der Bank befinden. Wegen der hohen Verlusts denkt Moody´s momentan darüber nach, das Rating für die Bayern LB zu senken. Die Bayern LB wollte kein Kommentar zu dem Bericht der Ratingagentur abgeben und teilte lediglich mit, dass man Entscheidungen dieser grundsätzlich nicht kommentiere. Auf die Kreditkosten für die Bayern LB habe die Herabstufung jedoch keinen Einfluss, sagte der Sprecher der Bayern LB, Peter Kulmburg. Für eine Verschlechterung müssten sich die Ratingwerte langfristig verschlechtern, was bei Moody´s nicht der Fall sei.

Bislang hatte die Bayern LB Abschreibungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro bis Ende 2007 verkündet. Der bayerische SPD-Fraktionschef Franz Maget sprach aber schon vor einigen Tagen von drei Milliarden Euro. Datum für die Veröffentlichung der Jahresbilanz der Landesbank ist der 3. April.

JP Morgan Chase macht einen neuen Anlauf, um die durch die Kreditkrise in den USA angeschlagene Investmentbank Bear Stearns zu übernehmen. Statt wie bisher zwei Dollar pro Aktie bietet JP Morgan Chase nun ganze 10 Dollar pro Aktie. Damit hat JP Morgan Chase das Angebot verfünffacht. Auf das Angebot haben sich die Vorstände beider Unternehmen in Gesprächen geeinigt. Hätte JP Morgan Chase die Investmentbank zum alten Angbotspreis bekommen, wäre das mit nur 236 Millionen Dollar ein echtes Schnäppchen gewesen, denn alleine das Hauptquartier der angeschlagenen Bank in New York hat schon einen Immobilienwert von rund einer Milliarde US-Dollar.

Mit dem neuen Angebot wird JP Morgan 95 Millionen Aktien erwerben und so 39,5 Prozent an Bear Stearns übernehmen. Bis zum 8. April soll das Geschäft abgewickelt sein. Zuvor hatte das alte Angebot die Bear-Stearns-Investoren verärgert, weil der niedrige Preis auch einen deutlichen Wertverlust für die Aktien bedeutet hätte. Die New Yorker Bank Bear Stearns gehört zu den am härtesten durch die US-Finanz- und Hypothekenkrise betroffenen Häusern. Das erste Angebot von JP Morgan Chase, das durch die US-Zentralbank (Fed) gestützt wurde, hatte die Bank vor einem möglichen Kollaps bewahrt.

Rund 300.000 Geschädigte profitieren vom neuen Urteil des Bundesgerichtshofs, denen ihre Banken Kredite mit falschen Versprechungen aufgeschwatzt hatten. In den 90iger Jahren gab es viele Leute, die sich von ihrer Bank überzeugen ließen, für hohe Mieterträge und enorme Steuervorteile in Immobilien zu investieren. Leider funktionierte selten alles so perfekt, wie es von den Banken damals dargestellt worden war. Und so gerieten viele Investoren damals in die Schuldenfalle und blieben auf hohen Krediten sitzen.

Das Karlsruher Urteil gilt für alle diejenigen, denen mit falschen Angaben zum damaligen Zeitpunkt Kredite aufgedrängt wurden. Dies gilt z. B. für Angaben zu erzielbaren Mieteinnahmen. Der EuGH hatte im Oktober 2005 schon entschieden, dass die Banken das gesamte Anlagerisiko zu tragen hätten, sofern die Kredite per Haustürgeschäft zustande gekommen sind und die Kunden nicht ausreichend über ihr Widerrufsrecht aufgeklärt worden sind. Allerdings erklärte daraufhin im Mai 2006 der Bundesgerichtshof, dass das deutsche Recht nicht Europakonform ausgelegt werden könnte. Aber trotzdem entschied man auch ein wenig im Sinne der Verbraucher, indem ihnen eine enorme Beweiserleichterung zugesprochen wurde. Jetzt wurde dieser Rechtsspruch noch um den Anspruch auf Schadenersatz ergänzt.

Allerdings bestehe aber nur ein Widerrufsrecht, wenn der Verbraucher genau nachweisen kann, dass er das Geschäft ebenfalls widerrufen hätte, wenn er ordentlich belehrt worden wäre. Dies sei aber kaum möglich und somit das Widerspruchsrecht faktisch ausgeschlossen.

Die Baden-Württembergische Bank, die ING-DiBa, die Deutsche Kreditbank, die Volksbank Allgäu-West und die Westdeutsche Immobilienbank durften sich vor kurzem über Post von der Verbraucherzentrale Bundesverband „freuen“. Sie erhielten nämlich schriftliche Abmahnungen, weil sie die Forderungen aus Immobilienkrediten rechtswidrig weiterverkauft hatten. Klauseln, in denen der Kunde in eine Weitergabe seiner Daten einwilligen muss und die Bank damit sogar vom geltenden Bankgeheimnis befreit wird, unabhängig davon, ob die Kredite regelmäßig abgezahlt wurden oder nicht, wurden vom Verbraucherschutz abgemahnt. Denn dadurch wird es möglich, diese Kredite einfach weiter zu verkaufen, auch wenn regelmäßige Zahlungen getätigt wurden. So kann es durchaus passieren, dass ein Kredit einfach mal gekündigt wird oder Zwangsvollstreckungsmaßnahmen eingeleitet werden, ohne dass sich der Kunde irgendeiner Schuld bewusst ist.

Durch solche Klauseln verliert sich das Vertrauensverhältnis zur Bank, da sich der Vertragspartner jederzeit ändern kann. Eine Studie belegt, dass Banken auch in großer Anzahl nicht notleidende Kredite an Investoren verkauft haben, ohne die betreffenden Kreditnehmer überhaupt zu informieren. Durch die Abmahnungen soll bewirkt werden, dass die Banken zukünftig solcherart Klauseln nicht mehr einbauen und sich so die Möglichkeit schaffen, jederzeit an fremde Investoren weiter zu verkaufen. Hoffentlich wird diese Geschäftspraktik dadurch eingedämmt. So fühlt sich kein Kunde mehr sicher bei seiner Bank.

Eine äußerst negative Entwicklung im Bereich der strukturierten Kredite im ersten Quartal in diesem Jahr ist der Grund für notwendige Wertminderungen des Schweizer Bankkonzerns Credit Suisse. Einer Schätzung von Credit Suisse nach belaufen sich die Neubewertungen auf insgesamt 2,85 Milliarden Dollar. Damit wird wohl der Reingewinn von 1,0 Milliarden Dollar aus dem Anfangsquartal belastet werden. Eine derzeitige Einschätzung sagt trotz alledem, dass das Ergebnis positiv bleiben wird. Interne Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen. Der konkrete Umfang der gesamten Neubewertungen ist abhängig von der weiteren Marktentwicklung und von den Ergebnissen der internen Untersuchung. Ob evt. das Jahresergebnis 2007 von den Wertminderungen negativ beeinflusst wird, überprüft Credit Suisse momentan noch. Zu dieser Situation kam es durch Fehlbewertungen einiger kleiner Händler.

Credit Suisse war bisher im Vergleich zur UBS, der zweiten Schweizer Großbank, relativ gut durch die Kreditkrise gekommen. Es konnten bei der Vorlage des Jahresabschlusses 2007 immerhin Abschreibungen in Höhe von 2 Milliarden Franken vorgenommen werden. Da im Vermögensverwaltungsgeschäft ein Rekordergebnis erzielt wurde, konnte die zweitgrößte Schweizer Bank einen Rekordgewinn in Höhe von 8,55 Milliarden Franken verbuchen.

Die Krise auf dem US-Kreditmarkt kann möglicherweise auch die Deutsche Bank hart treffen. Diese gab enorme Kredite an den US-Immobilieninvestor Macklowe. Im schlimmsten Fall wären die Verluste mit 700 Millionen Euro zu beziffern. Jedoch werden die Immobilienobjekte von Macklowe derartig hoch bewertet, dass die Deutsche Bank evt. sogar ohne Verluste aus dem Geschäft herauskommen kann. Von Seiten der Bank gab es bislang keinerlei Statement. Bei dem gewährten Kredit handelt es sich um 5,8 Mrd. US-Dollar, mit denen der Unternehmer Bürogebäude in Manhattan finanziert hatte. Laut „Wall Street Journal“ würde Macklowe seinen Kredit aufgrund der Finanzkrise in den USA nicht zurückzahlen können. Wie in solchen Fällen üblich, hat sich die Bank jedoch die Gebäude als Pfand gesichert, doch haben viele Immobilien in den USA enorm an Wert verloren.

Nach Aussagen der Analysten von Sanford Bernstein besitzen diese Gebäude jedoch weiterhin einen immensen Wert. Insgesamt handelt es sich um 8 Bürogebäude, von denen 4 fast vollständig vermietet sind. Durch Vergleiche mit ähnlichen Objekten kam man zu dem Ergebnis, dass die betreffenden Immobilien trotzdem einen enormen Wert besitzen. Da die Bürokapazität in New York immer noch 6% geringer ist als vor den schrecklichen Ereignissen des 11. September 2001, dürfte damit gerechnet werden, dass es zu keinem weiteren Preisverfall kommen wird. Bestätigen sich die Prognosen der Analysten wurde die Deutsche Bank höchstwahrscheinlich gerade noch einmal vor einem riesigen Verlust verschont.

Das größte Geldhaus Deutschlands könnte schon vor dem nächsten Problem stehen. Wie jetzt bekannt wurde, kann Harry Macklowe, ein amerikanischer Immobilienspekulant, einen fälligen Kredit in Höhe von rund 5,8 Milliarden Dollar nicht zurückzahlen. Das Geld steckte Macklowe in den Kauf von Bürogebäuden in New York. Macklowe ist keiner der Schuldner, wie sie die Kreditkrise hervorgebracht hat. Der Mann hat einen sehr soliden, finanziellen Background. Laut dem Magazin Forbes verfügt er über ein Privatvermögen von etwa zwei Milliarden Dollar. Sein in den sechziger Jahren gegründetes Immobilienimperium umfasst laut Schätzungen etwa 111 Hektar Bürofläche und 900 Wohnungen. Ihm gehören auch bekannte Wahrzeichen in New York, wie zum Beispiel das GM-Gebäude am Central Park.

Trotzdem hat er es im Zuge der Kreditkrise nicht geschafft, die Schulden, die er bei der Deutschen Bank hat, zu refinanzieren. Die Gründe dafür sind hauptsächlich bei den sinkenden Immobilienpreisen und in der unsicheren Situation der US-Wirtschaft zu finden. Die Deutsche Bank sicherte sich indes die betroffenen Gebäude von Macklowe und wird versuchen, diese über einen Broker zu verkaufen. Angesichts der Kreditklemme in den USA dürfte das aber sehr schwer werden. Dazu kommt, dass die Gebäude laut einiger Immobilienfachleute deutlich weniger wert sein, als Macklowe dafür bezahlt habe. Wenn der Kredit platzen würden, wäre das ein großer Schlag für die Deutsche Bank und eines der größten Debakel, den es jemals im Immobilienbereich gegeben hat.

Die Kreditkrise in den USA hat die Banken zum Handeln aufgefordert. Nachdem es bei einer Online-Bank bereits zu Kündigungen von Kreditkarten im großen Stil kam, haben nun auch viele andere Banken ihre Regeln zur Kreditvergabe deutlich verschärft. Die Banken begründen diesen Schritt mit den eher mauen Aussichten für die Wirtschaft. Insgesamt hat sich die Nachfrage von Firmen und Privathaushalten nach Krediten in den vergangenen drei Monaten deutlich abgeschwächt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Erhebung der US-Notenbank. Die US-Notenbanker hatten bereits Kenntnis von dem Ergebnis der Umfrage, als sie letzte Woche den Leitzins sehr deutlich um 50 Basispunkte auf aktuell drei Prozent senkten. Die Zinssenkung war bereits die zweite binnen weniger Tage.