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In Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Bürstadt hat sich der Ortsverband der Arbeiterwohlfahrt zur Aufgabe gemacht, überschuldeten Privatpersonen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Allein im scheidenden Jahr 2008 haben rund 600 Personen dieses Angebot angenommen und sich vom Fachmann und Leiter der Schuldnerberatung der AWO, Peter Kellermann, beraten und helfen lassen. Peter Kellermann absolviert 2009 sein zehntes Jahr als Schuldnerberater bei der Arbeiterwohlfahrt in Bürstadt.

Als Hauptgrund für die häufige Ver- und Überschuldung in vielen deutschen Haushalten nannte Kellermann langfristige Geldgeschäfte, die oft durch einen gemeinsamen Hausbau oder -kauf entstehen. Das kann durch eine Scheidung oder gar den Tod eines Ehepartners geschehen, da der Bankkredit trotzdem weiter läuft. Auch der plötzliche Verlust des Arbeitsplatzes kann häufig zu finanziellen Problemen führen. Das ergab auch eine Auswertung des Statistischen Landesamtes aus dem Jahr 2007. Diese führt als Hauptursache zur Überschuldung Arbeitslosigkeit an, gefolgt von Trennung, Scheidung oder Tod eines Partners an zweiter Stelle. In der Auswertung steht an dritter Stelle als Ursache Erkrankung, Sucht und Unfall und wirkt damit einem weit verbreiteten Vorurteil entgegen, dass Schulden auf falsches Konsumverhalten zurückzuführen sei. „Das ist falsch oder nur bedingt korrekt“, stellt der AWO-Schuldnerberater Kellermann klar. Auch gescheiterte Selbstständigkeit sei eine der häufigsten Ursachen für die Überschuldung. „Unwirtschaftliche Haushaltsführung“ kommt bei den unter 25-jährigen noch häufiger vor, da „vielen 18-jährigen noch der Weitblick für rentable Geschäfte, obwohl sie geschäftsfähig sind, fehlt“, meint Kellermann. Jedoch ist dieser Punkt auch bei den 25- bis 35-jährigen der zweithäufigste Grund für Überschuldung. Um diesem Problem entgegenzuwirken, will die AWO im Kreisverband einen Kurs „Vermittlung von geschäftlichen Kompetenzen“ anbieten.

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