Türkischen Medienberichten zufolge soll der Internationale Währungsfonds (IWF) der Türkei unter Berufung auf den für Wirtschaft zuständigen Staatsminister Mehmet Simsek einen Kredit über 45 Milliarden Dollar (umgerechnet 34,26 Milliarden Euro) bewilligt haben. Die endgültige Bewilligung des mehr als doppelt so hohen Kredites wie ursprünglich vorgesehen, soll laut Simsek Anfang Mai erfolgen und die Laufzeit drei Jahre betragen. Allerdings beinhaltet die Summe nicht die derzeitigen Schulden der Türkei beim IWF in Höhe von acht Mrd. Dollar, von denen vor kurzem bekannt wurde, dass ein Teil davon gestreckt wird.
Noch vor kurzem hatte der türkische Ministerpräsident Erdogan dem IWF vorgeworfen, zur Erlangung eines Kredites unannehmbare Bedingungen zu stellen. Nachdem sich der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan jedoch am Rande des Londoner G20-Gipfels mit dem Vorsitzenden des IWF, Strauss-Kahn getroffen hatte, scheint das Eis zwischen ihnen gebrochen zu sein. Der IWF hatte zuvor als Bedingung von der Türkei die Vorlage einer realistischen Haushaltsplanung gefordert. Da die türkische Regierung bisher bemüht war, das Ausmaß der Wirtschaftskrise in der Türkei herunterzuspielen, fällt es der Regierung nun nach den Kommunalwahlen leichter, diese Bedingung zu erfüllen.
Derzeit befindet sich die Türkei tatsächlich in einer sehr schweren Krise, der Bankensektor ausgeschlossen. Im letzten Quartal 2008 lag das BIP um 6,2% unter dem Vorjahr und ein noch stärkerer Rückgang wird für das erste Quartal 2009 erwartet. Seit Mitte März versucht die türkische Regierung unter Erdogan dem durch drastische Steuersenkungen für Kraftfahrzeuge und einige andere Güter entgegenzusteuern. Aufgrund der Rückendeckung durch den IWF ist zu erwarten, dass die Regierung weitere Konsumanreize schaffen wird.
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