Kredit News
News und Informationen über Kredite

News im April, 2009

Türkischen Medienberichten zufolge soll der Internationale Währungsfonds (IWF) der Türkei unter Berufung auf den für Wirtschaft zuständigen Staatsminister Mehmet Simsek einen Kredit über 45 Milliarden Dollar (umgerechnet 34,26 Milliarden Euro) bewilligt haben. Die endgültige Bewilligung des mehr als doppelt so hohen Kredites wie ursprünglich vorgesehen, soll laut Simsek Anfang Mai erfolgen und die Laufzeit drei Jahre betragen. Allerdings beinhaltet die Summe nicht die derzeitigen Schulden der Türkei beim IWF in Höhe von acht Mrd. Dollar, von denen vor kurzem bekannt wurde, dass ein Teil davon gestreckt wird.

Noch vor kurzem hatte der türkische Ministerpräsident Erdogan dem IWF vorgeworfen, zur Erlangung eines Kredites unannehmbare Bedingungen zu stellen. Nachdem sich der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan jedoch am Rande des Londoner G20-Gipfels mit dem Vorsitzenden des IWF, Strauss-Kahn getroffen hatte, scheint das Eis zwischen ihnen gebrochen zu sein. Der IWF hatte zuvor als Bedingung von der Türkei die Vorlage einer realistischen Haushaltsplanung gefordert. Da die türkische Regierung bisher bemüht war, das Ausmaß der Wirtschaftskrise in der Türkei herunterzuspielen, fällt es der Regierung nun nach den Kommunalwahlen leichter, diese Bedingung zu erfüllen.

Derzeit befindet sich die Türkei tatsächlich in einer sehr schweren Krise, der Bankensektor ausgeschlossen. Im letzten Quartal 2008 lag das BIP um 6,2% unter dem Vorjahr und ein noch stärkerer Rückgang wird für das erste Quartal 2009 erwartet. Seit Mitte März versucht die türkische Regierung unter Erdogan dem durch drastische Steuersenkungen für Kraftfahrzeuge und einige andere Güter entgegenzusteuern. Aufgrund der Rückendeckung durch den IWF ist zu erwarten, dass die Regierung weitere Konsumanreize schaffen wird.

Nach der erneuten Senkung des Leitzinses können sich Bauherren, die einen Neubau planen über so günstige Zinsen für ihr Baudarlehen freuen wie nie zuvor und auch Häuslebauer, deren Zinsbindung demnächst ausläuft, können bei der Anschlussfinanzierung ihr Baudarlehen mit einem erheblichen Vorteil abschließen.

Die Verbraucherzentrale Bremen macht darauf aufmerksam, dass Häuslebauer, deren Zinsbindung erst in den kommenden drei Jahren auslaufen wird, sich auch den günstigen Zinssatz durch ein Forward-Darlehen sichern kann. Mit dem Forward-Darlehen kann er sich den Zinssatz von heute für die Zukunft sichern. Allerdings sollte man aufpassen, denn der Kunde verpflichtet sich damit zugleich zur Abnahme des Kredites, auch wenn die Zinsen in nächster Zeit weiter sinken sollten. Somit ginge die Spekulation auf einen günstigen Kredit für den Darlehensnehmer nicht mehr auf.

Deshalb rät die Verbraucherzentrale Bremen vor dem Unterzeichnen eines Forward-Darlehen sorgältig die Angebote der einzelnen Anbieter zu vergleichen, da es hier teilweise sehr große Zinsunterschiede gebe. Bei einem Darlehen über 100.000 Euro machte eine Differenz von 0,8% auf 10 Jahre gerechnet immerhin über 8.000 Euro aus.

In den USA steigt das Volumen notleidender Kredite und Experten befürchten, dass die schlimmsten Auswirkungen der Wirtschaftskrise noch bevorstehen, schreibt das “Handelsblatt”. Derzeit verschärft sich die Krise am Markt für Gewerbeimmobilien in den USA. Wie das Analysehaus “Real Capital Analytics” meldet, ist das Volumen fauler Kredite für Gewerbeimmobilien im ersten Quartal des Jahres auf 65,9 Milliarden Dollar (umgerechnet 49,7 Milliarden Euro) angestiegen - das sind 43% mehr als Ende 2008. Betroffen sind insgesamt Kredite für 3678 Gewerbeimmobilien.

“Real Capital”-Direktor Peter Culliney rechnet damit, dass wahrscheinlich noch mindestens ein Jahr lang die Zahl der Zwangsvollstreckungen weiter steigen wird. Würde nicht die Frage der Finanzierung im Raum stehen, könnte dies Käufer anlocken, doch in der aktuellen Situation müssten es schon Käufer sein, die einen solche Kauf aus Barmitteln finanzieren.

Das “Handelsblatt” nennt ein bekanntes Beispiel für die massiven Abschläge, die bei Gewerbeimmobilien zur Zeit hingenommen werden müssen: Der einst von Immobilieninvestor “Broadway Partners” für 1,3 Milliarden Dollar gekaufte “John Hancock Tower”, das höchste Bürogebäude in Boston, erzielte auf einer Auktion Ende März gerade einmal 661 Millionen Dollar.

Wie das Wissenschaftsministerium letzte Woche mitteilte, wurde der Zinssatz für das bayerische Studentenbeitragsdarlehen ab April von 6,52% auf 2,88% gesenkt. Damit profitieren Bayerns Studenten unmittelbar von den Zinsentwicklungen der letzten Monate, bei der die Europäische Zentralbank den Leitzins auf ein inzwischen historisches Tief von 1,25% gesenkt hat.

Laut Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) würde das Darlehen durch den niedrigeren Zinssatz noch attraktiver für Studenden. Jetzt garantiere es, “dass sich jeder Studierende ein Studium in Bayern leisten kann”, so Heubisch.

Nach den Angaben des Ministeriums bietet das Beitragsdarlehen neben den günstigen Zinsen noch weitere attraktive Konditionen, z.B. dass es unabhängig vom Einkommen, ohne Bonitätsprüfung und ohne Sicherheiten gewährt wird. Für Studierende, die nach dem Studium die Mindesteinkommensgrenze nicht überschreiten, wird die Rückzahlung (und auch die Zinsen) ausgesetzt. Bleibt das Einkommen dauerhaft unter dem festgelegten Mindesteinkommen, entfällt eine Rückzahlung des Darlehens komplett. Heubisch erklärt, dass somit niemand Angst haben muss, nach dem Studium vor einem erdrückenden Schuldenberg zu stehen.

Zum 1. April wurden die Förderprogramme der KfW-Förderbank überarbeitet. Die Programmstruktur ist nun transparenter gestaltet: Die neuen Förderprogramme “Energieeffizient bauen” und “energieeffizient sanieren” haben die bisherigen Programme (”Ökologisch Bauen”, “CO2-Gebäudesanierungsprogramm” und “Wohnraum Modernisieren - Öko-Plus”) ersetzt.

Das neue Programm “Energieeffizient bauen” ersetzt das bisherige “Ökologisch bauen”. Mit diesem Programm können zinsverbilligte Darlehen für den Bau oder Erstkauf von Niedrigenergiehäusern oder Passivhäusern gewährt werden. Statt “KfW-Energiesparhaus 40″ und “KfW-Energiesparhaus 60″ gibt es nun das “KfW-Energieeffizienzhaus 55″ und das “KfW-Energieeffizienzhaus 70″. Die Ziffern stehen für den jährlichen Bedarf an Primärenergie und den Transmissionswärmeverlust.

Die bisherigen Programme “CO2-Gebäudesanierungsprogramm” und “Wohnraum Modernisieren - Öko-Plus” werden in dem neuen “Energieeffizient sanieren” zusammengefasst. Dabei können zinsgünstige Darlehen für eine Sanierung des kompletten Gebäudes oder einzelner Bereiche vergeben werden. Maximal beläuft sich diese Art der Finanzierung auf eine Fördersumme von 75.000 Euro (bei Sanierung zum KfW-Effizienshaus) oder 50.000 Euro (bei Einzelnmaßnahmen).

Außerdem führte die KfW auch die einheitliche Bezeichnung “KfW-Effizienzhaus” ein, die bislang genutzte Begriffe wie “KfW-Energiesparhaus 40 und 60″ oder “EnEV-Neubau-Niveau” ablösen.

Von WDR, SWR, NDR, BR und MDR erhält der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) einen zinsfreien Kredit in Höhe von 20 Millionen Euro. Noch in diesem Jahr wird die erste Rate von 10 Millionen Euro bereit gestellt, die zweite Rate folgt 2010. Das wurde von dem Kreis der ARD-Intendanten in dieser Woche in München beschlossen.

rbb-Intendantin Dagmar Reim ist über die Vereinbarung erleichtert. Sie erklärte, dass die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) anerkannt habe, dass der rbb überdurchschnittlich stark von Gebührenausfällen betroffen sei und deshalb “die ARD zu einer Liquiditätshilfe an den rbb ermuntert”. Man sei für das Darlehen sehr dankbar, da es neben den eigenen Sparmaßnahmen für den Erhalt der Leistungskraft des rbb sorgt.

Der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust erklärte, dass es in diesen schwierigen Zeiten keine leichte Entscheidung gewesen sei. Dass sich die Landesrundfunkanstalten dennoch an der Liquiditätshilfe beteiligen, zeuge von “Flexibilität und Verantwortungsbewusstsein innerhalb der Arbeitsgemeinschaft”.

Der rbb ist seit 2005 von Gebührenbefreiungen (insbesondere im Großraum Berlin) besonders stark betroffen, was zu großen Einnahmerückgängen führte. Als Folge wurden Fernsehsendungen wie “Polylux” oder “Radio Multikulti” eingestellt. Weitere Kürzungen des Programms sollen durch das ARD-Darlehen verhindert werden.

Medienberichten zufolge teilte die Ratingagentur Moody´s am Mittwochabend mit, dass eine Rekordzahl von US-Bürgern – vor allem aufgrund der steigenden Arbeitlosigkeit - nicht mehr in der Lage sind, ihre Kredite zurückzuzahlen und somit die Abschreibungen bei den Kreditkarten-Anbietern im Februar so hoch sind wie zuletzt vor 20 Jahren. Wie der US-Bankenverband (ABA) am Donnerstag mitteilte, lag die Zahl der ausfallenden Verbraucherkredite bereits Ende vorigen Jahres auf einem Rekordhoch. Die Quote erfasst nur Ausfälle, bei denen absolut nichts zu holen ist.

Wie Moody´s weiter berichtete, steigen die Ausfälle bei Kreditkarten sei Februar nun den sechsten Monat in Folge auf nunmehr 8,82 Prozent und bis zum Jahresende 2009 könnte sich die Zahl im zweistelligen Bereich bewegen, da sich die wirtschaftliche Lage weiter verschlechtern wird sowie die Arbeitslosenquote die Marke von zehn Prozent erreichen wird. Demzufolge werde nach Ansicht von Moody´s wohl auch der Anteil säumiger Kredite bis zur ersten Jahreshälfte 2010 auf rund 10,5 Prozent ansteigen.

Mitte März meldtete der US-Kreditkartenanbieter American Express, dass man im Februar bereits eine Ausfallrate seiner ausgegebenen Kredite in Höhe von 8,7 Prozent habe hinnehmen müssen, ebenso die Citigroup, die mit MasterCard eine Ausfallrate von 6,95 auf 9,33 Prozent hinnehmen musste. Beide Anbieter reagierten auf die negative Entwicklung bereits mit einer Kürzung der Kreditlinie, steigenden Zinsen und höheren Gebühren.

Der US-Bankenverband ABA, der die meisten großen Banken und Kreditkartenanbieter repräsentiert, teilte am Donnerstag mit, dass die Zahl der Verbraucher, die ihre Kredite nicht mehr pünktlich zurückzahlen können, so hoch sei wie seit Beginn der Statistik 1974. Nach Ansicht des Verbandes wird auch vor 2010 keine Besserung eintreten.

Eine Erhebung der Stiftung-Warentest-Zeitschrift „Finanztest“ ergab, dass normale Hypothekenkredite im Vergleich zu Wohn-Riester-Darlehen günstiger sind. Jedoch könnte sich das ihrer Ansicht nach ändern, wenn ein Großteil der Banken und Versicherungen den Bausparkassen, nicht kampflos das Feld überlassen würden, denn bisher bieten nur wenige die geförderten Kredite an. Berechnungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zufolge wurden im Jahr 2008 bereits 40.000 Wohn-Riester-Verträge abgeschlossen. Finanzkreisen zufolge entfallen rund 90 Prozent der abgeschlossenen Verträge auf die Bausparkassen. Allerdings bieten die Bausparkassen nicht nur die Wohn-Riester-Darlehen, sondern auch die Riester-Bausparverträge an, bei denen bereits die Kapitalbildung von der Bundesregierung gefördert wird. „Wegen des geringen Wettbewerbs sind Riester-Darlehen im Schnitt teurer als ungeförderte Hypothekenkredite“, sagt Finanztest-Experte Jörg Sahr.

„Finanztest“ stellte Berechnungen an, wobei Anfang März die Top-Zinssätze für Wohn-Riester-Darlehen um 0,4 Prozentpunkte über den besten Konditionen normaler ungeförderter Hypothekenkredite lagen. Das bedeutet für ein Darlehen über 200.000 Euro im ersten Jahr eine zusätzliche Zinslast von 800 Euro, wogegen die Riester-Förderung maximal nur 608 Euro im Jahr beträgt (Familie mit einem Kind). Pro Jahr erhalten Erwachsene eine Riester-Förderung von 154 Euro sowie für jedes Kind, das bis 2007 geboren wurde 185 Euro. Für Kinder, die ab 2008 geboren wurden, gibt es 300 Euro.

Nach Meinung des Finanzexperten Sahr sind die Wohn-Riester-Darlehen so teuer, weil Banken mit traditionell günstigen Zinsangeboten sich bislang aus diesem Geschäft fernhalten. „Es ist ärgerlich, dass ein Großteil der Förderung durch unnötig hohe Zinsen verloren geht.“ Dennoch rät Sahr, dass die meisten Erwerber von Eigenheimen und Eigentumswohnungen auf die staatlichen Zuschüsse nicht verzichten sollten, denn auf lange Sicht seien Wohn-Riester-Darlehen für die meisten Käufer aufgrund der Zulagen und STeuervorteile immer noch die günstigere Variante. Allerdings hängt der Vorteil von der Einkommenshöhe, des Darlehensbetrags sowie der Zahl der Kinder ab. „Im besten Fall können Familie mehr als 50.000 Euro durch die Wohn-Riester-Darlehen sparen“, sagt der Finanzexperte.

In Deutschland werden von den Firmen sowie Privatleuten für den Erwerb ihrer Neuwagen immer mehr die Leasing-Angebote der Autohersteller in Anspruch genommen. Wie der Arbeitskreis der Autobanken am Dienstag in Frankfurt mitteilte, konnten die herstellereigenen Absatzfinanzierungen um 4% gesteigert werden, wogegen der Autoabsatz 2008 in Deutschland um 2% zurückging. Auch die klassischen Kreditfinanzierungen mussten durch das Leasing einen Rückgang von 4% hinnehmem. Dagegen stieg das Vertragsvolumen der Autobanken auf 88,5 Milliarden Euro um 3%.

Im letzten Jahr konnten die Banken der Autobauer ihr Neugeschäftsvolumen um 2% auf 46,2% steigern, da immerhin etwa 1,9 Millionen Fahrzeuge im Wert von 38,2 Milliarden Euro über sie finanziert wurden. Der Arbeitskreis der Autobanken geht davon aus, dass sie die 50%-Marke überschreiten werden, um so den Absatzrückgang auf dem Automobilmarkt aufzufangen.

Die Abwrackprämie sei für die Autoindustrie „ein Segen“, sagte BMW-Bank-Chef Thomas Brakensiek, der neben Fiat-Bank-Chef Klaus Bentz einer der beiden Sprecher des Arbeitskreises ist. Zurückgegebene Leasingfahrzeuge lassen sich momentan nicht so teuer weiterverkaufen wie erhofft und deshalb werden die Restwerte für junge Gebrauchte aufgrund der Verschrottung von Altautos künftig steigen.

Außerdem wollen sich die Autobanken den Weg zum staatlichen Bankenrettungsfonds SoFFin offenhalten. Bentz äußerte dazu: „Wir wollen bei Bedarf die gleichen Rechte wie andere auch.“ Es fänden darüber „Prüfgespräche“ mit dem Bundeswirtschaftsministerium und dem SoFFin statt. Unmut kam bei den Bankenverbänden auf, da der SoFFin der Volkswagen-Bank eine Garantie über zwei Milliarden Euro gegeben hatte und sie deshalb eine Wettbewerbsverzerrung befürchten. Der Vorwurf wurde von Bentz zurückgewiesen.