Kredit News
News und Informationen über Kredite

News im März, 2009

Millionen von Hypothekenschuldnern und Banken in den USA kämpfen gegen die drastisch gefallenen Immobilienpreise. Ende Dezember 2008 war einer Studie des Datendienstleisters First American Corelogic zufolge bei einem Fünftel aller US-Hypotheken die Hypothekenschuld höher als der eigentliche Wert des Hauses. Insgesamt beläuft sich die Zahl der Häuser, auf die dies zutrifft, inzwischen auf 8,3 Millionen. Noch im September 2008 war dies “nur” bei 7,6 Millionen Häusern der Fall.

Solange sich der Immobilienmarkt nicht stabilisiert, wird sich dieses Problem noch verstärken, warnt Chefökonom Mark Fleming von First American Corelogic. Doch nicht nur die zunehmende Anzahl von Häusern, bei denen die Hypothekenschuld den Wert übersteigt, bereitet Sorgen, sondern auch, dass immer mehr Regionen in den USA von diesem Phänomen betroffen sind. In den US-Bundesstaaten Arizona, Florida, Kalifornien und Nevada sei das Problem besonders verbreitet. Experten zufolge würde die Zahl der betroffenen Immobilien um weitere 2,2 Millionen Häuser steigen, sollten die Immpbilienpreise um weitere 5% sinken. Im letzten Jahr ist der Wert der Wohnimmobilien nach den Angaben um 2,4 Billionen Dollar auf 19,1 Billionen Dollar geschrumpft - die Hälfte des Wertverlustes geht auf Immobilien in Kalifornien zurück.

In den USA ist die Hypothekenschuld nicht mit dem Schuldner, sondern mit dem Haus verbunden. Deshalb entscheiden sich immer mehr Schuldner dazu, ihr Haus, deren Hypothek den Immobilienwert übersteigt, an die Banken zurückzugeben.

Das Oberlandesgericht Stuttgart hat nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen die Danaro Invest GmbH entschieden, dass Kreditvermittler ihren Kunden keine zusätzlichen Versicherungen und Unternehmensbeteiligungen aufdrängen dürfen, bevor sie die endgültige Kreditzusage erteilen (Az.: 2 U 54/08).

Dem Vermittler wird von der Verbraucherzentrale vorgeworfen, mit Werbeslogans wie “Kredit ohne Schufa” und “innerhalb von 24 Stunden” gezielt bonitätsschwache Kunden angesprochen zu haben. Diese erhielten jedoch statt einer schnellen Kreditentscheidung die dringende schriftliche Empfehlung für den Abschluss einer Haftpflicht- und Hausratversicherung. Diese Schreiben waren so formuliert, dass bei den Kunden der Eindruck entstand, dass eine Kreditzusage nur dann erfolgen würde, wenn diese empfohlenen Versicherungen abgeschlossen werden. Nach Ansicht der Richter verstößt diese Praxis gegen das Wettbewerbsrecht, der Vermittler nutze die wirtschaftliche Zwangslage der Kreditsuchenden aus und setze sie unter Druck.

Nach Angaben des Verbraucherzentrale Bundesverbandes ist eine derartige Kopplung von Kreditvermittlung und zusätzlicher Verträge bei unseriösen Vermittlern weit verbreitet. Manfred Westphal, Leiter des Fachbereichs Finanzdienstleistungen im Verbraucherzentrale Bundesverband, erklärt, dass eine tatsächliche Kreditvermittlung oft gar nicht beabsichtigt ist, sondern das Kreditangebot nur als Lockmittel dient, um andere Verträge abzuschließen. Schon seit Jahren versuchen Verbraucherschützer durch Abmahnungen und Klagen gegen unseriöse Vermittler vorzugehen, doch immer mehr Menschen scheinen auf diese Masche hereinzufallen: Laut einer Studie, die im Auftrag der Schufa Holding AG durchgeführt wurde, beläuft sich der Umsatz unseriöser Kreditvermittler jährlich auf mindestens 150 Millionen Euro, fast 400.000 Personen werden Jahr für Jahr mit diesen Tricks angesprochen.

Deshalb fordert die Verbraucherzentrale Bundesverband von der Gesetzgebung strengere Regeln, um die Verbraucher zu schützen. Nach ihren Vorschlägen sollen Kreditvermittler nur bei tatsächlich erfolgter Kreditvermittlung eine Auslagenerstattung verlangen können. Außerdem sollten auch Kreditvermittler zur Registrierung und Dokumentation verpflichtet werden, wie es Versicherungsvermittler bereits sind. Auch ein Nachweis über die Qualifikation und eine bestehende Haftpflichtversicherung seien nötig.

Manfred Hölscher vom Bielefelder Baugeldvermittler Enderlein & Co. GmbH erklärt während der Vorbereitungen zu den 11. Bielefelder Immobilientagen (6.-8. März), dass individuelle Kredite immer beliebter werden. Viele Kreditnehmer würden die zahlreichen neuen Kreditnmodelle, die in den letzten fünf Jahren auf den Markt gekommen sind, gar nicht kennen. Doch statt nur auf die Konditionen eines Kredits zu schauen, sollten potentielle Kreditnehmer vor allem darauf achten, dass das Darlehen optimal zu ihren finanziellen Bedürfnissen passt. Je nach persönlicher Situation empfiehlt sich ein Kredit mit Tilgungsanpassungen, Ausstiegsoption oder mit sehr langer Zinsbindung - was sich später sogar als günstiger herausstellen kann.

Grundsätzlich hängt die “richtige” Kreditform davon ab, wie sicher oder flexibel der Kredit sein soll. Für junge Immobilienkäufer oder Familien, deren Lebensumstände sich durch einen neuen Arbeitsplatz oder Nachwuchs schnell ändern können, eignet sich z.B. ein Kredit mit Tilgungsanpassung, bei dem die monatliche Kreditrate variiert werden kann. Kredite mit Ausstiegsoption können im Idealfall um mehrere tausend Euro Zinskosten sparen, wenn z.B. durch eine Gehaltserhöhung oder Erbschaft die Tilgung wesentlich schneller erfolgen kann als ursprünglich angenommen. Dies eignet sich häufig für bonitätsstarke Kreditnehmer. Dagegen sollten Kreditnehmer mit wenig Eigenkapital und Wunsch nach konstanter Rate einen Kredit mit langer Zinsbindun (15 oder 20 Jahre) wählen.

Die Bielefelder Immobilientage informieren die Besucher an drei Tagen über alles rund ums Bauen, Kaufen und Finanzieren von Immobilien. Hierzu sind zahlreiche Aussteller vor Ort und es werden 25 Fachreferate zu diesen Themen angeboten. Der Eintritt ist frei und für die (kostenlose) Kinderbetreuung ist ebenfalls gesorgt.

Um die Autobranche nachhaltig zu unterstützen und Arbeitsplätze zu sichern, forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf dem EU-Sondergipfel weitere Programme mit Krediten. Vorgeschlagen wurde, den finanziellen Rahmen der Europäischen Investitionsbank (EIB) für Antriebstechnologie zu erhöhen, nicht jedoch, alle von den Konzernen gewünschten Kreditforderungen nachzugeben. Merkel bezeichnete diese Hilfe aufgrund der hohen Nachfrage in moderne Antriebstechnologien als möglichen Konjunkturimpuls.

Die EIB stellte der Branche für das aktuelle und das nächste Jahr Kredithilfen in Höhe von rund 4 Milliarden Euro in Aussicht. Unter bestimmten Voraussetzungen können Autobauer und Zulieferunternehmen auch andere Kreditmöglichkeiten der Bank in Anspruch nehmen. Bis Ende März sollen Darlehen von insgesamt 6,8 Milliarden Euro fließen. Über eine Aufstockung der Kreditlinien müssen die EU-Regierungen entscheiden.

Zahlungen aus dem Hilfsfonds der EU für Ungarn und andere osteuropäische Länder lehnte die Kanzlerin jedoch ab. Ungarn forderte die Einrichtung eines Solidaritätsfonds in Höhe von bis zu 190 Milliarden Euro. Merkel zufolge wird Ungarn und anderen Ländern auch weiterhin von den internationalen und europäischen Finanzinstitutionen geholfen, aber nicht allen mittel- und osteuropäischen Ländern sei die gleiche Situation gegeben. Auch andere Mitgliedsstaaten und der tschechische EU-Vorsitz haben sich bereits gegen einen solchen Osteuropa-Fonds ausgesprochen.