Kredit News
News und Informationen über Kredite

News im Februar, 2009

Die Verbraucherzentralen und der Bund der Versicherten warnen immer wieder vor Restschuldversicherungen, die zusammen mit einem Kredit abgeschlossen werden und diesen unnötig verteuern.

Eine Restschuldversicherung springt dann ein, wenn der Darlehensnehmer z.B. durch Arbeitslosigkeit, Berufsunfähigkeit oder im Todesfall seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, was grundsätzlich sinnvoll ist. Allerdings sind die Kosten für eine Restschuldversicherung häufig so hoch, dass ein eigentlich zinsgünstiger Kredit um ein Vielfaches mehr kostet. Die Kosten für eine solche Versicherung werden in der Regel nicht in den Effektivzins eingerechnet und oftmals verschleiern Banken die tatsächlichen Kosten oder beziffern sie nur ungenau, so die Kritik der Verbraucherschützer.

Grundsätzlich darf der Abschluss einer Restschuldversicherung nicht an den Abschluss eines Kredits gekoppelt sein, aber in vielen Fällen ist dies eben doch der Fall. Als Darlehensnehmer kann man sich dagegen nur versuchen zu wehren, indem man der Bank andere Sicherheiten (z.B. Bürgschaften, Grundschulden, Abtretung von Bankguthaben oder Lebensversicherungen mit hohem Rückkaufwert) anbietet. Eine andere Möglichkeit besteht darin, anstatt bei der Bank direkt bei einer Versicherung eine Restschuldversicherung abzuschließen, wo sie meistens deutlich günstiger sind. Am besten eignet sich hierfür eine Risikolebensversicherung.

USA: Krise erreicht Luxusimmobilien

Geschrieben am: 27 Februar 2009 in Kredite

Die Immobilienkrise in den USA weitet sich auch auf Luxusimmobilien aus. Wie der Hypotheken-Daten-Anbieter LPS Applied Analytics berichtet, waren ca. 2,57% der Schuldner mit bester Bonität, die im letzten Jahr so gennante Jumbo-Kredite in Anspruch nahmen, 60 Tage oder mehr mit ihren Zahlungen in Rückstand - diese Quote ist die höchste der letzten 15 Jahre. Bei Jumbo-Krediten handelt es sich um Darlehen mit einer Kreditsumme von mehr als 417.000 Dollar bzw. 729.750 Dollar in Regionen mit hohen Immobilienpreisen. Dieser Anstieg zeigt, dass offenbar auch bonitätsstarke Kreditnehmer von der Immobilienkrise betroffen sind, auch wenn die Quote noch immer weit unter der von bonitätsschwachen Kreditnehmern liegt (20%).

Keith Gumbinger, Vice President bei HSH Associates, sieht die aktuelle wirtschaftliche Situation und weniger eine zu schnelle Kreditvergabe als größten Einflussfaktor bei den steigenden Zahlungsverzügen.

Das Geschäft mit Jumbo-Krediten verringerte sich im vierten Quartal um 4% auf 11 Milliarden Dollar und damit auf den niedrigsten Quartalswert seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 1990. Im Jahr zuvor machte der Anteil von Jumbo-Krediten noch 14% aller neuen Hypothekendarlehen aus. Insgesamt vergaben die fünf größten Kreditgeber (Bank of Americs, Chase Home Finance, Citigroup, Washington Mutual und Wells Fargo) im Jahr 2008 Jumbo-Kredite von 55,3 Milliarden Dollar, davon 4,3 Milliarden im letzten Quartal des Jahres.

Die Finanzlage des deutschen Autobauers Opel stellt sich schlimmer da als zuletzt angenommen. Medienberichten zufolge erwägt die Bundesregierung, Opel einen Schnellkredit zu gewähren, damit der Hersteller Löhne, Gehälter und fällige Rechnungen von Zulieferern bezahlen kann. Mit einem solchen Kredit könne dem Konzern schneller geholfen werden als mit einer Bürgschaft. Von der Bundesregierung gibt es hierzu bislang noch keine offizielle Stellungnahme, aus dem Kanzleramt hieß es lediglich, dass die Gespräche mit Opel noch bevorstehen. Wie ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums erklärte, müsse zunächst ein Sanierungsplan vorliegen, bevor überhaupt Hilfen in Betracht gezogen werden. Dieser Plan wird am morgigen Freitag erwartet. Gefährdete Unternehmen würden normalerweise mit einer Bürgschaft von Bund und Ländern unterstützt werden.

Unions-Fraktionsvize Michael Meister erklärte gegenüber dem Bocholter-Borkener Volksblatt, dass er empfehle, bei dem bewährten Instrument der Bürgschaft zu bleiben und von einem Kredit abrate. Er sieht weder die Bundestagsabgeordneten noch die Bundesregierung in der Lage, Kreditentscheidungen zu beurteilen.

Auch die bundeseigene Förderbank KfW erteilte bereits eine Kreditabsage. Grünen-Politiker Jürgen Trittin kritisiert eine mögliche Finanzspritze des Staates, ohne dass er hierfür eine Gegenleistung erhält. Seiner Ansicht nach dürften nur dann Steuergelder investiert werden, wenn der Staat an dem Unternehmen beteiligt wird und echte Mitspracherechte in der Unternehmenspolitik ausüben darf. Die Bundesregierung lehnt eine direkte Beteiligung an Opel jedoch ab.

Der von der European Investment Bank gewährte Kredit über 500 Millionen Dollar an den finnischen Handyhersteller Nokia ist auf fünf Jahre befristet. Das Geld will Nokia in den nächsten drei Jahren in Forschung und Entwicklung investieren, und damit eine Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit der Symbian-Smartphones erreichen.

Wie das Unternehmen mitteilte, gehe man davon aus, dass auch die Symbian Foundation von den mit dem Darlehen finanzierten Forschungsprojekten profitieren wird. Die Symbian Foundation wurde von Nokia und anderen Unternehmen gegründet und soll Symbian OS zu einer einheitlichen Open-Source-Plattform machen, die alle Mitglieder kostenlos nutzen können.

Der weltgrößte Mobiltelefon- und Smartphoneshersteller Nokia muss sich zunehmend gegen die Konkurrenten Apple und Research in Motion wehren. Zwischen dem dritten Quartal 2007 und dem gleichen 2008 sank sein Marktanteil bei Smartphones von 48,7% auf 42,4%, im gleichen Zeitraum sank der Anteil von Symbian OS von 63,1% auf 49,8%.

Nach einer aktuellen Studie der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) meldeten 2009 schon mehr Firmen weltweit Insolvenz an als in den Jahren 2006 und 2007 zusammen. Vom Jahresbeginn bis zum 17. Februar waren hiervon 32 Unternehmen betroffen, darunter einige prominente Namen aus Deutschland (Speicherchiphersteller Qimonda und Modelleisenbahnhersteller Märklin) und den USA (Unternehmensberatung Bearing Point, Medienkonzern Tribune und Trump Entertainment von Immobilieninvestor Donald Trump). Bei den 32 Insolvenzen handelt es sich insgesamt um 23 Unternehmen aus den USA, 6 aus Schwellenländern, 2 aus Kanada und 1 aus Frankreich.

Besonders gefährdet sind Unternehmen, die unter einen hohen Schuldenlast leiden, berichtet die “Financial Times Deutschland”. Für das aktuelle Jahr erwartet die Ratingagentur einen Rekord der Firmeninsolvenzen. Im Januar stieg die Ausfallrate bei Firmen mit spekulativer Bonitätsnote auf 3,83% (Dezember: 3,47%), in den nächsten 12 Monaten wird sie auf 13,9% steigen, so die Prognose von S&P. Das würde den alten Rekord von 12,5% aus dem Jahr 1991 brechen. Wenn dies der Fall ist, würden bis Ende Januar 2010 insgesamt 206 Firmen Insolvenz anmelden müssen.

Weit hergeholt ist diese Einschätzung keineswegs, denn bis zum 16. Februar wurden 265 Unternehmen von der Agentur als “Weakest Links” eingestuft, d.h. sie haben einen negativen Ratingausblick und könnten herabgestuft werden. Die Gesamtsumme der Schulden dieser Unternehmen beläuft sich auf $485,7 Milliarden Dollar (umgerechnet 382,6 Milliarden Euro).

Um den weiteren Anstieg der Zwangsvollstreckungen in den USA zu verhindern, legte die Regierung um Barack Obama einen elegant strukturierten Plan vor, der Beobachter des Marktes angenehm überraschte. Für den Rettungsplan wurden speziell 75 Mrd. Dollar zur Verfügung gestellt, um die Hypothekendienstleister und Kapitalgeber subventionieren zu können, damit sie in der Lage sind, die Hypothekenzahlungen verringern.

Die eingesetzten 75 Mrd. Dollar können über die Senkung der monatlichen Zahlungen dazu beitragen, die Zwangsvollstreckungen zu senken. Eine eventuelle Kürzung der Hypothekenkreditsumme, die auch in Betracht gezogen wurde, würde allerdings den Markt für hypothekenbesicherte Wertpapiere sprengen. Zur Bewerkstelligung will die US-Regierung je nach finanzieller Situation der Darlehensnehmer die Senkung der Zinszahlungen durch die Kreditanbieter ausgleichen. Gleichzeitig erhalten die Hypothekendienstleister für jeden Hausbesitzer, der eine Hypothek modifizieren will, 1.000 Dollar. Weiterer Bestandteil des Plans ist es, über einen Zeitraum von fünf bzw. drei Jahren sowohl Kreditnehmer als auch Dienstleister mit bis zu 1.000 Dollar jährlich zu unterstützen, damit die Kredite weiter laufen können. Ein ähnliches Angebot zur Modifizierung wird die Regierung den Kreditanbietern und Dienstleistern für bestehende, aktuell gefährdete Kredite anbieten.

Der Plan der US-Regierung bietet Hauseigentümern keinerlei Anreiz, durch Einstellung der Hypothekenzahlungen bessere Konditionen zu erhalten, denn Dienstleister und Kapitalgeber werden wohl nur qualifizierte Kunden für das Programm vorschlagen.

Die Einleitung des Zwangsvollstreckungsverfahrens für mehr als 2,3 Millionen Haus- und Wohnungsbesitzer in Amerika hat vergangenes Jahr zu einem traurigen Rekord geführt. Im Vergleich zu 2007 bedeutet das einen Anstieg von 81 Prozent. Von den Zwangsvollstreckungen sind besonders die Staaten Kalifornien, Nevada, der Westen von Arizona sowie der Osten Floridas betroffen, da hier die Hauspreise überdurchschnittlich schnell und enorm in die Höhe geklettert sind. Somit ist die Hypothek oft höher als die Häuser noch an Wert besitzen. Da in Amerika die meisten Hypotheken „no recourse loans” sind, wodurch der Gläubiger zwar auf die Immobilie, jedoch nicht auf Teile des Vermögens des Schuldners Zugriff hat, besteht darin für viele Hausbesitzer der Anreiz, ihre Hypothekenzahlungen einzustellen.

Für Hausbesitzer, die jedoch ihre Zahlungen nicht mehr aufbringen können, stellte Präsident Barack Obama am Mittwochmittag (Ortszeit) in Arizona ein Hilfspaket vor. Obama möchte Banken und Hypothekengläubigern einen finanziellen Anreiz für Umschuldungen bieten, indem er aus dem bestehenden 787 Milliarden Dollar schweren Rettungspaket für das Finanzsystem 75 Milliarden Dollar abzweigen will. Gegen eine von Obama geplante Änderung des privaten Insolvenzrechts, die Richter dazu befugt, Konditionen von Hypothekendarlehen einseitig zugunsten der Hausbesitzer zu verändern, läuft das Finanzgewerbe jedoch Sturm. Ihrer Meinung nach habe eine solche Regelung eine abschreckende Wirkung und könne deshalb zu Einschränkungen in der Kreditvergabe führen.

Diskrete Schuldnerberatung im Netz

Geschrieben am: 22 Februar 2009 in Schulden

Laut Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung e.V. ist die Anzahl der überschuldeten Haushalte mittlerweile auf rund 3,1 Millionen angestiegen – Tendenz weiter steigend. Um dem enormen Bedarf der vielen Ratsuchenden abzudecken, entwickelte die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung die „Schuldnerberatung online“.

Hier können Betroffene ohne Scham den ersten Kontakt zu den Schuldnerberatern auf der Grundlage aktueller Standards des Datenschutzes sowie der Datensicherheit aufnehmen, bevor die eigentliche Bearbeitung dann in der Schuldnerberatungsstelle fortgesetzt wird. Die Ratsuchenden können sich ganz einfach ohne Namensangabe unter www.meine-schuldnerberatung.de mit einer SSL Verschlüsselung im Internet registrieren. Lediglich ein Benutzername, die E-Mail-Adresse, die Postleitzahl sowie ein frei wählbares Passwort sind einzugeben.

Die versendete E-Mail geht dann aufgrund der Postleitzahl an einen zuständigen Bearbeiter in eine von 80 Beratungsstellen. Der Ratsuchende erhält dann innerhalb von zwei bis drei Tagen von dem Berater Antwort auf seine gestellten Fragen. Das System ist so eingerichtet, dass jede weitere Frage direkt an diesen Berater weitergeleitet wird.

Am Freitag wurde in Berlin der Schuldenreport 2009 vorgestellt. Dabei stellte die Initiative „Erlassjahr.de“ einen kontinuierlichen Anstieg der Schulden der Entwicklungs- und Schwellenländer fest. Im Jahr 2000 hätte die Gesamtverschuldung noch bei etwa 2,3 Milliarden US-Dollar gelegen und seien bis zum Jahr 2007 auf etwa 3,4 Milliarden angestiegen, äußerte der Koordinator der Initiative, Jürgen Kaiser. Aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise stünden einige Entwicklungsländer wie Ruanda, Mali, Sudan und Äthiopien vor der Zahlungsunfähigkeit, da sie unter anderem Kredite nur zu hohen Zinsen aufnehmen könnten.

Die Hilfsorganisation sieht in der drastischen Verteuerung der Nahrungsmittel- und Energiepreise auch eines der Gründe für die Verschlechterung der Situation. Aufgrund der Exportförderung der Bundesregierung für die eigene Industrie werde es den Mitbewerbern aus den Entwicklungsländern erschwert, konkurrenzfähig zu bleiben. Unterstützung in Form von Krediten erhalten die Entwicklungs- und Schwellenländer mittlerweile aus der Volksrepublik China. Nach Meinung von Kaiser konzentriere China sich jedoch nur auf die für sie strategisch wichtigen Länder.

Unter Berufung auf mehrere Finanzexperten des Bundestages berichteten Medien, dass der angeschlagene Staats- und Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) Kredit- und Derivatgeschäfte in Höhe von einer Billion Euro abgeschlossen habe. Für die gesamte deutsche Volkswirtschaft würde eine Insolvenz des Münchener Finanzkonzerns „unabsehbare Folgen“ haben.

Die Bundesregierung hatte die HRE bereits in den vergangenen Wochen als „systemrelevantes Institut“ bezeichnet. Nachdem nur die Bilanzsumme in Höhe von 400 Milliarden Euro bekannt war, sprachen am Mittwoch mehrere Bundestagsabgeordnete gegenüber der „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ davon, dass der Bund nun „in aller Eile“ zur Abwendung noch größeren Schadens die Kontrollmehrheit übernehmen müsse. Aufgrund der staatlichen Kreditwürdigkeit könne die Bank somit unter besseren Bedingungen arbeiten, als in privaten Händen.

Durch die Novelle des Finanzmarktstabilisierungsgesetzes hatte das Bundeskabinett erst am Mittwoch den Weg zum Einstieg bei der schwer angeschlagenen HRE frei gemacht. In diesem Zusammenhang erklärte der Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), dass das Institut einen „exorbitant hohen Kapitalbedarf“ habe.