News im Januar, 2009
Geschrieben am: 15 Januar 2009 in
Wirtschaft
Nach Angaben des Schweizer Pharmakonzerns Roche wollen sie ihre Angebot-Offerte zur Übernahme der US-Biotechnologiefirma Genentech erhöhen. Die Banken dementierten am Dienstag Berichte, demzufolge Roche für die Übernahme bereits einen Milliarden-Kredit unter Dach und Fach habe. Wie ein Banker verlauten ließ, seien die Berichte verfrüht, es werde eine Übernahme geben, jedoch nicht zum derzeitigen Zeitpunkt. Er erwarte, dass die Transaktion möglicherweise noch im ersten Quartal zum Abschluss kommen werde. Roche halte sich hinsichtlich der Finanzierung alle Möglichkeiten offen, aber wahrscheinlich werde die Finanzierung aus einer Kombination von Anleihen und Bankkrediten bestehen. Obwohl aufgrund der Kreditkrise Zweifel an der Finanzierbarkeit aufkamen, teilte der Roche-Finanzchef Erich Hunziker am Montag mit, der Konzern sei mit der Finanzierung auf Kurs.
Das Übernahme-Angebot von Roche für die restlichen 44 Prozent an dem US-Unternehmen in Höhe von 89 Dollar pro Titel (gesamt 44 Milliarden Dollar) liegt dem Biotechnologie-Unternehmen Genentech bereits seit Juli 2008 vor. Bisher lehnte Genentech das Angebot als zu niedrig ab.
Geschrieben am: 13 Januar 2009 in
Wirtschaft
Am Montag teilte der Internationale Währungsfonds (IWF) mit, dass Weißrussland einen Notkredit über 2,46 Milliarden Dollar mit einer 15-monatigen Laufzeit erhalte. Der IWF teilte mit, dass eine erste Tranche in Höhe von 787,9 Millionen Dollar Weißrussland zur Bewältigung der Folgen durch die Finanzkrise sofort überwiesen werde.
Nachdem der IWF Weißrussland eine Zusage des Notkredits erteilt hatte, wertete das Land seine Währung um 20 Prozent ab, um dadurch zusammen mit einer Lohnzurückhaltung die Grundlagen für eine Verbesserung der Leistungsbilanz zu legen und erhöhte den Leitzins. Eine nochmalige Abwertung der Landeswährung sei nicht zu erwarten. Außerdem kündigte Weißrussland die Kürzung seiner staatlichen Ausgaben sowie die Stützung seiner Banken an.
Geschrieben am: 11 Januar 2009 in
Wirtschaft
Nachdem der niederländisch-amerikanische Konzern LyondellBasell am Montag für ihr US-Geschäft Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Konkursrechts beantragt hatte, erklärte sich die UBS Bank bereit, dem angeschlagenen Chemiekonzern einen Kredit in Höhe von 770 Millionen US Dollar zu gewähren.
Wie die UBS Bank am Freitag in Zürich mitteilte, beteiligt sich die Bank mit 770 Millionen US Dollar an dem Kredit-Volumen von 8 Milliarden US Dollar, für den angeschlagenen niederländisch-amerikanischen Chemiekonzern LyondellBasell, damit seine insolventen Unternehmensteile zur Fortführung ihres Geschäfts erhalten bleiben (debtor-in-possession financing). An der Bereitstellung des Kredites sind insgesamt 14 Banken beteiligt, unter anderem auch die Citigroup.
Von den Analysten wird erwartet, dass die UBS bis zur Veröffentlichung ihrer Quartalsergebnisse am 10. Februar für ihre alten Kredite an LyondellBasell Abschreibungen von 350 Mio. bis 1 Mrd. Euro vornehmen wird. Die alten Kredite an LyondellBasell seien Bestandteil der 4,7 Mrd. Euro, die UBS per Ende September an Krediten für schuldenfinanzierte Übernahmen ausgewiesen hatte, sagte eine UBS-Sprecherin. Genaue Zahlen wollte sie nicht preisgeben.
Geschrieben am: 11 Januar 2009 in
Wirtschaft
Im Auftrag des Bundes verlängerte die Förderbank des Bundes, die KfW-Mittelstandsbank, ihr Sonderprogramm 2009. Zur mittel- und langfristigen Finanzierung von Vorhaben in Deutschland erhalten insbesondere die mittelständischen Unternehmen durch das KfW-Sonderprogramm zu Marktkonditionen Kredite. Kredite erhalten alle freiberuflich Tätigen sowie auch in- und ausländische Unternehmen aus produzierendem Gewerbe, die sich mehrheitlich in Privatbesitz befinden, Handwerk, Handel und sonstigem Dienstleistungsgewerbe, die in Deutschland investieren wollen.
Die KfW trägt den größten Teil des Kreditrisikos, indem sie die durchleitenden Banken bis zu 90 Prozent bei der Finanzierung von Investitionen von der Haftung freistellt.
Geschrieben am: 8 Januar 2009 in
Wirtschaft
Wie die dpa aus mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen erfuhr, ist der so dringend benötigte Überbrückungskredit für das angeschlagene Merckle-Imperium genehmigt. Nach Klärung der letzten Feinheiten solle die Einigung offiziell verkündet werden.
Bei dem Überbrückungskredit für das Firmenimperium Merckle geht es immerhin um rund 400 Millionen Euro. Das Firmenimperium war durch Fehlspekulationen des Unternehmers Adolf Merckle stark in Bedrängnis geraten. Der 74-jährige Unternehmer hatte sich am Montag das Leben genommen, indem er sich in Blaubeuren von einem Zug überfahren ließ.
Geschrieben am: 8 Januar 2009 in
Wirtschaft
Wie der sächsische Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD am Dienstag gegenüber dem „Handelsblatt“ verlauten ließ, soll der angeschlagene Chiphersteller Qimonda vom Freistaat Sachsen bald finanzielle Hilfe erhalten. „Wir wollen uns kurzfristig über einen Darlehensvertrag verständigen“, sagte Jurk dem „Handelsblatt“. Seiner Meinung nach geht es zuletzt nicht nur um den Erhalt des Standortes Dresden. In dem Bericht hieß es weiter, dass die sächsische Landesregierung zuvor über die 150-Millionen-Hilfe für die angeschlagene Infineon-Tochter Qimonda beraten habe. Gegenüber der Zeitung sagte der sächsische Finanzminister Georg Unland dazu, dass Qimonda zur Sicherung seiner Zukunft zunächst einige Bedingungen erfüllen müsse.
Eine Einigung des Freistaates Sachsen mit dem Qimonda-Mutterkonzern Infineon durch Beteiligung eines portugiesischen Kreditinstituts ist nun endlich kurz vor Weihnachten zustande gekommen. Das gemeinsam vereinbarte Hilfspaket beinhaltet ein Darlehen des Freistaates Sachsen über 150 Millionen Euro sowie 75 Millionen Euro von dem Mutterkonzern Infineon. Da Qimonda in der Nähe der Stadt Porto ein Werk mit rund 2.000 Mitarbeitern betreibt, beteiligt sich die Investitionsbank Lissabon mit einem zusätzlichen Darlehen in Höhe von 100 Millionen Euro. Desweiteren wird derzeit eine Bund-Länder-Bürgschaft in Höhe von 280 Millionen Euro vorbereitet.
Wie das Handelsblatt weiter berichtete, sollen in dem Werk in Dresden von den rund 3.200 Arbeitsplätzen rund 950 Stellen gestrichen werden.
Geschrieben am: 8 Januar 2009 in
Wirtschaft
Der sächsische CDU-Fraktionschef Steffen Flath steht dem kürzlich von Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) zur Rettung des Chipherstellers Qimonda präsentierte Rettungs-Modell skeptisch gegenüber. In dem Modell soll Portugal 100 Millionen und der Qimonda-Mutterkonzern Infineon 75 Millionen Euro sowie das Land Sachsen 150 Millionen Euro dem Chiphersteller als Kredit gewähren. Am 6. Januar wird sich Sachsens Kabinett mit dem vorgestellten Rettungspaket auseinandersetzen.
Um Fragen zum Qimonda-Rettungs-Modell zu beantworten, hat der Fraktionschef Flath (CDU) den sächsischen Wirtschaftsminister Jurk (SPD) sowie den Finanzminister Georg Unland (parteilos) zu einem Gespräch nach der Kabinettssitzung in die Fraktion geladen, denn immerhin gehe es um 150 Millionen Euro aus sächsischen Steurermitteln.
Gegenüber der SZ sagte Flath: „Vor allem ist unklar, welche konkrete Zusage Infineon der Landesregierung zur Rettung von Qimonda gibt.“ Bisher sei die Beteiligung des Mutter-Konzerns an der Rettungsaktion „halbherzig“.
Geschrieben am: 8 Januar 2009 in
Wirtschaft
Nachdem bereits am Mittwoch General Motors (GM) vier Milliarden US-Dollar aus dem staatlichen Rettungspaket erhalten hat, erhielt nun auch der US-Autokonzern Chrysler aus dem 13,4 Milliarden US-Dollar-Rettungsfonds für die US-Autoindustrie einen ersten Kredit in Höhe von vier Milliarden US-Dollar. Am Freitag, 3. Januar 2009, bedankte sich der Chrysler-Chef Bob Nardelli beim US-Schatzministerium für das Vertrauen zum Automobilhersteller Chrysler. „Dieser erste Kredit versetzt das Unternehmen in die Lage, die Restrukturierung wie geplant fortzusetzen“, sagte Nardelli.
Beide Unternehmen erhielten die Zusage der Kredite schon Mitte Dezember 2008 unter der Voraussetzung, dass sie bis März erfolgversprechende Businesspläne vorzulegen haben.
Geschrieben am: 8 Januar 2009 in
Wirtschaft
Aufgrund der stetig sinkenden Nachfrage nach Pkw und Nutzfahrzeugen, die durch die weltweite Finanzkrise ausgelöst wurde, kam der Sauerländer Autozulieferer Honsel in Bedrängnis und gab nun in einer Pressemitteilung bekannt, dass er diesen Folgen durch umfangreiche Maßnahmen begegnen werde.
In der Honsel-Mitteilung heißt es: „Neben einem ehrgeizigen Kostensenkungsprogramm und einer Anpassung der Produktionskapazitäten wurden Verhandlungen mit Kunden, dem Mehrheitsgesellschafter sowie den Kredit gebenden Banken aufgenommen, um die Finanzlage des Unternehmens nachhaltig zu verbessern.“ Demnach habe Honsel mit den größten Kunden eine Einigung über die teilweise Kompensation der reduzierten Umsatzvolumina erzielt. Auch die Banken seien dem Unternehmen durch ein Stillhalteabkommen bis zum 31. März 2009 in Bezug auf die laufenden Kredite entgegengekommen. Außerdem werde der Hauptanteilseigner, RHJ International S.A. Zusätzliche Liquidität zur Verfügung stellen.
Weiter heißt es von der Honsel AG: „In den kommenden Monaten wird Honsel seine Restrukturierungsaktivitäten intensivieren und strebt dabei eine tiefgreifende Restrukturierung sowohl auf der operationellen als auch auf der Kapitalseite an.“ Seine Wettbewerbsfähigkeit als einer der führenden Zulieferer von Leichtmetallkomponenten für die Autoindustrie werde von Honsel durch diese umfassenden Maßnahmen langfristig gesichert.
Geschrieben am: 6 Januar 2009 in
Kredite
Der US-Dollar und das britische Pfund haben in den letzten Wochen gegenüber dem Euro stark an Wert verloren. Solche Entwicklungen rufen immer wieder das verstärkte Angebot von Fremdwährungsdarlehen hervor. Diese auf eine fremde Währung lautende Immobiliendarlehen scheinen auf den ersten Blick sehr attraktiv, sollten aber mit Skepsis betrachtet werden, warnt die Ansahl Cossulting GmbH:
Aktuell sind die Zinsen in vielen Ländern wie Großbritannien, USA oder Schweiz sehr günstig. Mit dem Abschluss eines entsprechenden Darlehens könnte ein Bauherr oder Immobilienkäufer eine deutliche Zinsverringerung erzielen. Darüber hinaus ist es immer möglich, dass sich die finanzielle Belastung durch die Währungsentwicklung weiter verringert.
Aber: Der Umrechnungskurs und damit der Wert der Fremdwährung kann sich jederzeit ändern. Gerade wenn die Fremdwährungen - wie aktuell - schon unter großem Druck stehen, ist es eher unwahrscheinlich, dass sich ihr Wert noch weiter verringert. Langfristig ist es vielmehr sehr wahrscheinlich, dass sich die Währungen erholen. Das würde jedoch das Fremdwährungsdarlehen erheblich verteuern. Je nach Ausmaß der Verteuerung kann sie den Zinsvorteil sehr schnell sehr klein aussehen lassen und die finanzielle Belastung durch das Darlehen damit drastisch erhöhen. Somit birgt ein Fremdwährungsdarlehen immer auch ein großes Risiko, von dem viele Experten abraten.