Kredit News
News und Informationen über Kredite

News im Dezember, 2008

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) will mit einem zusätzlichen, befristeten Sonderprogramm in Höhe von 15 Milliarden Euro die Kreditversorgung der deutschen Wirtschaft – insbesondere des Mittelstands – sichern. Die mittelständischen Unternehmen können zur Finanzierung ihrer Investitionen aus diesem Sonderprogramm Kredite zu Marktkonditionen erhalten. Die KfW trägt den größten Teil des Kreditrisikos, da sie die durchleitenden Kreditinstitute bis zu 90 Prozent von der Haftung befreit.

Den Antrag bei der KfW können neben freiberuflich Tätigen auch in- und ausländische Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland mit einem Umsatz von bis zu 500 Millionen Euro stellen. Hauptsächlich will die KfW durch das Sonderprogramm das produzierende Gewerbe, das Handwerk, den Handel sowie sonstige Dienstleistungen – außer Finanzdienstleister – unterstützen, damit diese neben Investitionen auch Betriebsmittel einschließlich Warenlager oder sonstigen Liquiditätsbedarf finanzieren können. Darunter können auch Anschlussfinanzierungen oder Prolongationen fallen. Für die Finanzierung von Betriebsmitteln kann der Antragsteller im Sonderprogramm ausschließlich 50 Prozent an Haftungsfreistellung beantragen, muss dazu jedoch mindestens einen vollständigen Jahresabschluss (bei nicht bilanzierenden Unternehmen die Einnahmen-Überschussrechnung) vorweisen können.

Der Zinssatz für das Darlehen aus dem Sonderprogramm orientiert sich für den Kreditnehmer an der Entwicklung des Kapitalmarktes und wird am Tag der Zusage durch einen Maximalzinssatz unter Berücksichtigung der Bonität des Kreditnehmers sowie der Werthaltigkeit der für den Kredit gestellten Sicherheiten von der Hausbank festgelegt. Hierzu erfolgt von der KfW eine Einordnung in Bonitäts- und Besicherungsklassen.

Laut dem Internetmagazin Telepolis versucht die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) alte Kreditschulden einzutreiben. Bei Nicht-Zahlung würden “Zwangsvollstreckungsmaßnahmen” eingeleitet werden, sollen die Anwälte der KfW bei den rund 700 Betroffenen gedroht haben.

Zu den Betroffenen gehört auch ein Mann, dessen Großvater im Jahr 1920 für einen Gutshof einen Kredit in Höhe von umgerechnet 4291,53 Euro aufgenommen hat. Als die Familie 1953 ihre Raten nicht mehr bezahlen konnten, flüchtete sie aus Angst vor einer Verhaftung in die Bundesrepublik. Die Folge: Die Familie wurde enteignet und der Hof und das Land fielen dem Staat zu. Bis heute hat die Familie den Gutshof nicht zurückerhalten, im Grundbuch sind die neuen Besitzer eingetragen. Die Familie erhielt im Sommer diesen Jahres allerdings ein Schreiben der KfW, in dem sie dazu aufgefordert wird, die Schulden aus dem Jahr 1920 zu begleichen.

Eine andere Betroffene wusste - wie viele andere auch - überhaupt nichts von den Schulden. In ihrem Fall ging es um 13.000 Reichsmark, die sich ihr Großvater geliehen hatte. Er zahlte seine Raten immer pünktlich, bis er enteignet und vertrieben wurde. Erkundigungen beim Grundbuchamt ergaben keine eingetragenen Belastungen. Die entsprechenden Eintragungen im Grundbuch wurden gelöscht, da Volkseigentum in der DDR prinzipiell unbelastet sein musste. Die einstige Kreditsumme war jedoch den Büchern der Staatsbank zu entnehmen. Statt die damalige Enteignung anzufechten, muss die Enkelin nun die Schulden ihres Großvaters zurückzahlen.

Der CDU/CSU-Abgeordnete Manfred Kolbe bezeichnete das Vorgehen der KfW als Schildbürgerstreich und keine Glanzstunde des Rechtsstaats. Die Rückforderungen sollen laut KfW nach einem Erlass des Finanzministers rechtens sein, laut einem Einigungsvertrag, auf den das Ministerium verweist, sind Forderungen des ehemaligen Staatshaushalts der DDR geltend zu machen. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes aus dem Jahr 2001 sind solche Altschulden allerdings verjährt. Damals ging es um zwei Frauen, die eine Rückzahlung der Schulden ihrer Urgroßmutter aus dem Jahre 1911 verweigerten. Drei Jahre später verabschiedete die damals rot-grüne Bundesregierung allerdings ein Gesetz, das die Verjährung wieder aufhob, woraufhin eine zweite entsprechende Klage vor dem Bundesgerichtshof scheiterte.

In einer Pressemitteilung beklagt die Handwerkskammer Düsseldorf die Verteuerung der Firmenkredite um 1-2% wegen erhöhter Risikoaufschläge. Laut der Mitteilung meldete die Bundesbank Anfang November eine Verschärfung der Vergabekonditionen im dritten Quartal 2008. Besonders das Handwerk und der Mittelstand würden darunter leiden.

“Der Westen” berichtet von Kreishandwerksmeister Jörg Bischoff, der die schärferen Bedingungen am eigenen Leib zu spüren bekommen hat: Statt einer Eigenkapitalquote von bislang 20% verlangt seine Hausbank inzwischen eine Quote von 30%. Junge Unternehmen könnten diese Quote kaum erreichen. Obwohl die Banken vor Ort immer wieder betonen, dass sie das Handwerk unterstützen wollen, gäbe es tatsächlich kaum Unterschiede in den Vergabebedingungen zwischen den einzelnen Banken. Dies könne jedoch auch an der strengeren Aufsicht liegen, vermutet Bischoff.

Sowohl die Sparkasse als auch die Volksbank Rhein-Ruhr beteuern jedoch, dass man die Konditionen für Kredite nicht verschärft habe und dass es auch keine Änderungen bei der Kreditvergabequalität gegeben habe. Sparkassen-Vorstand Helmut Schiffer erklärt, dass man in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr sogar ein Wachstum zu verzeichnen habe. Es seien auch etwa gleich viele Verträge abgeschlossen worden wie 2007.

Auch wenn sich die Hypothekenzinsen aktuell auf einem historisch niedrigen Niveau bewegen, fällt gerade jungen Familien die Finanzierung eines Eigenheimes schwer. Nicht zuletzt das erforderliche Eigenkapital macht oftmals den Traum von den eigenen vier Wänden zunichte. Um das Eigenkapital zusammenzubringen oder die Belastungen aus dem Darlehen so weit wie möglich zu reduzieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Neben dem Einsatz von Eigenleistungen beim Bau und der Inanspruchnahme von Fördermitteln der Kirchen, Kommungen, Ländern oder der KfW, kann auch Baugeld aus der Verwandtschaft genutzt werden. Fast jeder vierte Bauherr besitzt ein solches Verwandtendarlehen, denn es bietet zahlreiche Vorteile. Privatdarlehen innerhalb der Familie werden in der Regel mit sehr niedrigen Zinsen oder gar zinslos gewährt. Auch Gebühren fallen in der Regel nicht an.

Allerdings sind auch bei einem Verwandtendarlehen einige Aspekte zu berücksichtigen: Bei großen Kreditsummen, für die keine regelmäßigen (oder gar keine) Rückzahlungen vereinbart sind, kann das Darlehen als Schenkung interpretiert werden. Eine Schenkung unterliegt allerdings unter Umständen der Schenkungs- oder Erbschaftssteuer. Innerhalb der Familie gelten relativ hohe Freibeträge: Je nach Verwandtschadtsgrad liegen sie zwischen 10.300 Euro (für Nichten und Neffen) und 205.000 Euro (für Kinder). Die bevorstehende Erbschaftssteuerreform will diese Freibeträge erhöhen, z.B. für Kinder auf 400.000 Euro. Steuerpflichtig werden Schenkungen nur, wenn der Betrag diese Summe übersteigt. Wer ein Verwandtendarlehen vergibt, sollte daran denken, dass sämtliche Einkünfte aus Kapitalvermögen versteuert werden müssen, sobald sie den Sparerfreibetrag (aktuell 750 Euro für Ledige, 1550 Euro für Ehegatten plus Werbungskosten) übersteigen, das gilt auch für Zinserträge für gewährte Darlehen. Die Sparerbeiträge ändern sich zum 1.1.09 auf 801 Euro bzw. 1602 Euro inkl. Werbungskosten.

Vor allem bei größeren Summen sollte ein Darlehensvertrag geschlossen und schriftlich fixiert werden. Wie in einem Vertrag mit einer Bank sollte er alle Angaben und Informationen enthalten, die den Kredit betreffen: Daten des Darlehensgebers und -nehmers, Kreditsumme, Kreditsicherheiten, Laufzeit sowie Anzahl und Höhe der Raten pro Jahr. So kann Streit vermieden werden und bei Unstimmigkeiten ggf. im Vertrag nachgesehen werden.

Beide Unternehmen gaben am Mittwoch in Bonn bekannt, dass der Handels- und Kaffeekonzern Tchibo seine Kooperation mit der Postbank weiter ausbauen will und dem Kunden demnächst nicht nur Spar- und Girokonten, sondern auch Kredite anbieten will. Vertrieben würden die beiden Produkte nicht nur über die Internetseite sowie während der Aktionsvermarktung, sondern auch in den mehr als 900 Filialen des Handels- und Kaffeekonzerns. Eigenen Angaben zufolge konnte der Kaffeekonzern im vergangenen Jahr 41.000 Giro- und Sparkonten verkaufen.

Tchibo bietet seinen Kunden demnächst die Möglichkeit, einen Privatkredit zwischen 3.000 und 50.000 Euro zu einem Zinssatz von 7,29 Prozent pro Jahr sowie einen günstigeren Kredit zur Anschaffung eines Autos in einer ihrer Filialen oder per Internet zu erwerben. Die Postbank erhofft sich durch die Kooperation neue Kunden zu gewinnen.

Nach einer Meldung der “Berliner Morgenpost” wollen viele Menschen für ihr geplantes Eigenheim einen hohen Eigenkapitalanteil aufwenden. Demnach plant jeder Fünfte einer Umfrage von Immowelt.de zufolge die Finanzierung mit über 50% der benötigten Summe zu unterstützen. Dieser Eigenanteil ist vergleichsweise hoch, in der Regel bringen die künftigen Eigentümer 20-30% auf.

Völlig ohne Kredite wollen mehr als 12% ihre Immobilienfinanzierung schaffen, auf der anderen Seite planen über 31% der Befragten eine 100%ige Kreditfinanzierung. Beides ist eher unüblich, in Zeiten der Finanzkrise auch fraglich, ob sich Banken auf eine solche Kreditsumme einlassen. Grundsätzlich hängt die Kreditbewilligung allerdings vom individuellen Ausfallrisiko ab.

Finanzexperten und Verbraucherschützer empfehlen schon seit Jahrzehnten, auf jeden Fall einen Teil der Erwerbskosten bereits angespart zu haben. Laut der Umfrage haben dies allerdings nur 40% vor und zwar wollen sie höchstens 30% ihres eigenen Kapitals in einen Immobilienbau oder -kauf investieren.

Die historische Zinssenkung der US-Notenbank Fed hatte einen kräftigen Kurssprung an den US-Börsen zur Folge. Die Fed senkte ihren Leitzins von zuvor 1% auf ein historisches Zielband zwischen 0% und 0,25%. Man wolle darüber hinaus alle verfügbaren Werkzeuge und andere Maßnahmen zur Gewährleistung eines Wachstums einzusetzen. Dazu gehört auch die Einrichtung einer eigenen Kredit-Fazilität, mit der die Kreditvergabe an kleinere Unternehmen und Privathaushalte erleichtert werden soll.

Analyst Michael Woolfolk von der Bank fo New York-Mellon bezeichnete dies als “höchst unorthodoxen und kreativen Schritt”. Seiner Einschätzung nach ist dies “der bestmögliche Weg für die Verbraucher in den USA und den Finanzmarkt.”

Nach Bekanntwerden der Zinssenkung reagierte der Öl-Preis sofort und verbilligte sich um rund einen Dollar auf 43,60 Dollar. Auch der Dow-Jones-Index.DJI der Standardwerte sprang von 1,4% auf 2,7% bei 8799 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500.SPX stieg um 3,2% auf 896 Punkte und der Index der Technologiebörse Nasday.IXIC um 3,3% auf 1557 Zähler.

Am Dienstag gaben Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) und Finanzminister Georg Unland (parteilos) in Dresden bekannt, dass das Dresdner Werk des von der Insolvenz bedrohten Chipherstellers Qimonda vom Land Sachsen ein Darlehen in Höhe von 150 Millionen Euro erhält. Der Freistaat will so eine Pleite des Unternehmens abwenden und die Arbeitsplätze für die Region erhalten. Die Sächsische Landesregierung rechne damit, dass sich auch die Infineon AG als Mehrheitseigentümer von Qimonda angemessen an einer Lösung beteiligt, mit anderen Worten: Voraussetzung für das 150 Millionen Euro Darlehen ist die Zusage der Infineon AG über weitere 150 Millionen Euro, die bedingungslos und in bar zur Verfügung gestellt werden sollen.

Mit dem Hilfspaket des Landes und Unterstützung der Infineon AG könnte Qimonda die 300 Millionen Euro aufbringen, die zur Einführung der neuen Speichertechnologie “Buried Wordline” benötigt würden. Mit Hilfe dieser hochmodernen Technologie soll Qimonda international wieder wettbewerbsfähig werden, so dass die noch über 2000 bestehenden Arbeitsplätze erhalten bleiben können.

Die großen Verluste von Qimonda sind Folge der weltweiten Chipkrise und des Preisverfalls. Bis zum Frühjahr sollen 950 der derzeit rund 3000 Stellen abgebaut werden.

Bei der staatlichen Entwicklungsbank VEB hat die russische Stahlholding Evraz Group zur Begleichung ihrer Schulden bei einem ausländischen Bankenkonsortium einen Kredit in Höhe von 800 Millionen US-Dollar aufgenommen.

Nach Mitteilung von Evraz Group wurde der Kreditvertrag am Montag unterzeichnet. Die Entwicklungsbank VEB habe der Evraz Group außerdem für die Schuldenfinanzierung eine Kreditzusage über 1,006 Milliarden Dollar erteilt.

Mit ihren Produktionsstätten in Russland, Europa, den USA, Kanada und Südafrika ist die Evraz Group eines der größten russischen Bergbauunternehmen und rangierte im vergangenen Jahr auf Platz 17 der weltweit größten Produzenten.

Wie das Düsseldorfer „Handelsblatt“ (Montagsausgabe) aus Kreisen der Bundesregierung erfuhr, wird die Bundesregierung über eine Kreditbürgschaft für Opel voraussichtlich vor Weihnachten nicht mehr entscheiden, nachdem US-Präsident George W. Bush der US-Autoindustrie mit Krediten aus dem US-Bankenrettungspaket beispringen wolle. Damit drohe Opel keine unmittelbare Gefahr mehr.

Dem „Handelsblatt“ zufolge sieht auch Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) keine Eilbedürftigkeit mehr. Koch sagte der Zeitung: „Völlig unabhängig von aktuellen Ausschlägen in den USA werden die gemeinsamen Arbeiten von Bund und beteiligten Landesregierungen mit Opel zielstrebig weitergehen, damit wir für alle Eventualitäten gerüstet sind.“

Nach Angaben aus Regierungskreisen arbeitet der Bürgschaftsausschuss im Bundeswirtschaftsministerium daran, dass Opel ein Kredit über bis zu 1,8 Milliarden Euro für die Entwicklung sparsamerer Fahrzeuge von der Europäischen Investitionsbank (EIB) gewährt wird. Bisher sei das Problem einer Opel eigenen Bankverbindung noch nicht gelöst, da alles über die Konten der US-Konzernmutter GM finanziert werde. Daher habe sich der Bürgschaftsausschuss am vergangenen Freitag auf Anfang des nächsten Jahres vertagt.

Weiterhin sei es das Ziel der Bundesregierung, eine Lösung zu finden, den Abfluss von verbürgten Krediten in die USA zuverlässig zu verhindern. Sollte sich die Lage wider Erwarten für Opel zuspitzen, will die Bundesregierung nach Aussagen ihres Sprechers Thomas Steg notfalls aber „sehr schnell handeln“. Knapp 30.000 Menschen sind in den Opel-Werken in Deutschland beschäftigt.