Kredit News
News und Informationen über Kredite

News im Dezember, 2008

Für die deutsche Schlüsselbranche, der Metall- und Elektroindustrie mit ihren 3,65 Millionen Beschäftigten schlägt der Arbeitgeberverband Gesamtmetall nun Alarm: Für viele Firmen wird es immer schwieriger, Kredite von den Banken zur Finanzierung zu bekommen. Außerdem leide die Branche unter einem enormen Einbruch der Nachfrage.

Gegenüber der Nachrichtenagentur AP äußerte sich Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser, dass immer mehr Firmen Probleme mit ihrer Finanzierung melden würden. Deshalb habe der Arbeitgeberverband Gesamtmetall die Banken vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise in die Pflicht gerufen. Kannegiesser mahnte, dass die Banken „jetzt nicht in eine Angststarre verfallen und damit die gesamt Wirtschaft mit in den Abgrund reißen“ dürfe. Die Schutzschirme der Bundesregierung dürfe nicht nur zur Sanierung der eigenen Bilanzen verwendet werden, sondern solle die Wirtschaft mit Krediten versorgen. Gegenüber AP sagte Kannegiesser weiter: „Die Branche muss ihren Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten, zumal sie sie selbst verursacht hat.“

Kannegiesser sieht in der Beschäftigungssicherung „das wichtigste politische, aber auch das wichtigste unternehmerische Ziel“ und forderte die Politik zur Stärkung der Nachfrage auf, schnellstens Infrastrukturmaßnahmen sowie Steuerentlastungen in die Wege zu leiten.

Die Verbraucher wurden von Bankexperten in Frankfurt am Main vor einer unüberlegten Verschuldung in Zeiten finanzieller Engpässe gewarnt. Sie rieten den Verbrauchern dazu, „einen kühlen Kopf und ein wenig Disziplin“ zu bewahren und genau zu überlegen, ob ein Kredit für Anschaffungen wirklich notwendig sei. Den solle nur der Verbraucher aufnehmen, der sich die regelmäßigen Ratenzahlungen auch zutraue. Die Fachleute wiesen darauf hin, dass es besser sei, regelmäßig zu sparen, wie beispielsweise auf ein Tagesgeldkonto. Dazu meinte die Dresdner-Bank-Expertin Gabriele Brübach: „Dann kann man den Konsumwunsch in ein paar Monaten ganz oder teilweise bar zahlen.“ Durch das Sparen können Wünsche mitunter sogar schneller erfüllt werden. Einen Überblick über die Ausgaben schaffe zudem die Führung eines Haushaltsbuchs.

Die Bank weist außerdem darauf hin, dass Fehlentscheidungen wie Kündigung von Berufsunfähigkeits- oder Risikolebensversicherungen sich bei der Absicherung und Vorsorge besonders fatal auswirken können und empfiehlt deshalb die Beratung von Fachleuten. Bevor sich der Verbraucher zu einer Kündigung entschließt, empfiehlt die Bank für die Zeit, bis sich die Finanzsituation wieder normalisiert hat, eine Beitragsfreistellung. Auch der Staat helfe dem Verbraucher in klammen Zeiten, laufende Verträge weiter zu besparen. Deshalb rät die Bankexpertin Brübach: „Daher prüfen, ob Riester-Förderung, Wohnungsbauprämie, Sonderausgabenabzug bei der Basisrente sowie Freibeträge auf der Steuerkarte auch wirklich ausgeschöpft sind.“

In Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Bürstadt hat sich der Ortsverband der Arbeiterwohlfahrt zur Aufgabe gemacht, überschuldeten Privatpersonen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Allein im scheidenden Jahr 2008 haben rund 600 Personen dieses Angebot angenommen und sich vom Fachmann und Leiter der Schuldnerberatung der AWO, Peter Kellermann, beraten und helfen lassen. Peter Kellermann absolviert 2009 sein zehntes Jahr als Schuldnerberater bei der Arbeiterwohlfahrt in Bürstadt.

Als Hauptgrund für die häufige Ver- und Überschuldung in vielen deutschen Haushalten nannte Kellermann langfristige Geldgeschäfte, die oft durch einen gemeinsamen Hausbau oder -kauf entstehen. Das kann durch eine Scheidung oder gar den Tod eines Ehepartners geschehen, da der Bankkredit trotzdem weiter läuft. Auch der plötzliche Verlust des Arbeitsplatzes kann häufig zu finanziellen Problemen führen. Das ergab auch eine Auswertung des Statistischen Landesamtes aus dem Jahr 2007. Diese führt als Hauptursache zur Überschuldung Arbeitslosigkeit an, gefolgt von Trennung, Scheidung oder Tod eines Partners an zweiter Stelle. In der Auswertung steht an dritter Stelle als Ursache Erkrankung, Sucht und Unfall und wirkt damit einem weit verbreiteten Vorurteil entgegen, dass Schulden auf falsches Konsumverhalten zurückzuführen sei. „Das ist falsch oder nur bedingt korrekt“, stellt der AWO-Schuldnerberater Kellermann klar. Auch gescheiterte Selbstständigkeit sei eine der häufigsten Ursachen für die Überschuldung. „Unwirtschaftliche Haushaltsführung“ kommt bei den unter 25-jährigen noch häufiger vor, da „vielen 18-jährigen noch der Weitblick für rentable Geschäfte, obwohl sie geschäftsfähig sind, fehlt“, meint Kellermann. Jedoch ist dieser Punkt auch bei den 25- bis 35-jährigen der zweithäufigste Grund für Überschuldung. Um diesem Problem entgegenzuwirken, will die AWO im Kreisverband einen Kurs „Vermittlung von geschäftlichen Kompetenzen“ anbieten.

Seit fast zehn Jahren haben Privatleute die Möglichkeit, sich von ihren erdrückenden Schulden durch die so genannte Privatinsolvenz und Restschuldbefreiung zu befreien. Einfach erklärt bedeutet das, dass der Schuldner, der seine Gläubiger nicht mehr bedienen kann, über einen Zeitraum von sieben Jahren hinweg bis auf einen nicht pfändbaren Teil auf sein Einkommen verzichtet. Das wird den Gläubigern zugesprochen. Nach den sieben Jahren ist der Schuldner schuldenfrei. Steuerstrafrechtsexperte Franz Bielefeld aus der Münchner Kanzlei RP Richter & Partner erklärt, dass nur “redliche Schuldner” die Restschuldbefreiung in Anspruch nehmen dürfen. Wer bestimmte Straftaten begangen hat es offene Forderungen aus “vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlungen” oder Geldstrafen gibt, für den kommt eine Restschuldbefreiung nicht in Frage. Bislang war es unklar, ob Steuerschulden aus einer Steuerhinterziehung auch zu den Ausschlusskriterien für eine Restschuldbefreiung gehören, auch bei den Finanzgerichten herrschte in dieser Frage Uneinigkeit.

Der Bundesfinanzhof hat mit einem Urteil im Sommer diesen Jahres für Klarheit, aber auch für Diskussionen gesorgt (Az.: VII R 6/07). Nach Auffassung der Münchner Richter sei Steuerhinterziehung nicht mit Betrug, Raub oder ähnlich schwer gelagerten Straftaten zu vergleichen. Steuerhinterziehung sei auch nicht zwangsläufig eine vorsätzlich begangene unerlaubte Handlung, deshalb müsste es auch für Steuerschulden die Möglichkeit der Restschuldbefreiung geben. Angesichts des Urteil des Bundesgerichtshof, nachdem Steursünder zukünftig härter zu bestrafen sind, löste das Urteil des Bundesfinanzhofs Verwunderung aus.

Nach den Plänen des Bundesjustizministeriums soll die Insolvenzordnung in Kürze geändert werden. Dann sollen Schuldner, die wegen einer Straftat zu mindestens 90 Tagessätzen verurteilt worden sind, von der Restschuldbefreiung ausgeschlossen werden, vorausgesetzt, der Gläubiger, gegen den sich die Tat richtete, beantragt eine Ablehnung. Damit sind Steuerstraftaten ausdrücklich eingeschlossen und in dem Fall müssten die zuständigen Finanzbehörden den Ablehnungsantrag stellen. Noch ist unklar, wann diese Gesetzesänderung verabschiedet wird, derzeit liegt sie zur Abstimmung beim Bundestag.

Medienberichten zufolge leidet die deutsche Wirtschaft unter der Kreditzurückhaltung der Banken. Einer Umfrage des Bundesverbandes Deutscher Industrie zufolge, berichtet ein Drittel der befragten Unternehmen von Schwierigkeiten bei der Verlängerung bestehender oder dem Erhalt neuer Kredite. Ebenfalls schlechter seien die Konditionen für die Kreditvergabe, vielerorts würden erhöhte Kreditsicherheiten gefordert werden. Laut Umfrage berichten über zwei Drittel der Unternehmen von gestiegenen Zinsen. Am stärksten betroffen von den Problemen bei der Kreditversorgung sei die Automobilindustrie, die Bauwirtschaft, die Keramikindustrie, der Maschinenbau, die Papierindustrie, der Schiffbau sowie die stahl- und metallverarbeitende Industrie.

BASF-Chef Jürgen Hambrecht beklagte, dass vor allem die Finanzierung größerer Kredite ab 80 Millionen Euro sehr problematisch geworden sei. Zur Zeit gäbe es hier kaum Finanzierungsmöglichkeiten. Hambrecht übte scharfe Kritik an den Banken, denen er vorwirft, sich selbst zu sanieren und ihre eigenen Kassen zu füllen anstatt das Geld an die Kunden in der Wirtschaft weiterzugeben. Ein solches Verhalten würde die Kreditklemme nur weiter verschärfen mit der Folge, dass selbst gesunde Unternehmen in Bedrängnis geraten.

Ulrich Galladé, Präsident des Wirtschaftsverbands Stahl- und Metallverarbeitung (WSM) hat sich erst vor kurzem an Bundeswirtschaftsminister Michael GLos (CDU) und verschiedene Wirtschaftsminister der Länder gewandt und davon berichtet, dass in dramatisch kurzer Zeit Aufträge in großem Umfang weggebrochen seien. Um den Unternehmen eine Überbrückung ihrer Liquiditätsengpässe zu ermöglichen, sollten die für den Mittelstand vorgesehenen Mittel der staatlichen Förderbank KfW auch auf kurzfristige Betriebsmittelkredite ausgeweitet werden. Die zur Verfügung gestellten 15 Milliarden Euro aus dem soeben verabschiedeten Konjunkturpaket sind eigentlich für Investitionen gedacht.

Außer ihren Kaffee können Verbraucher beim Kaffee-Röster Tchibo nun auch einen Ratenkredit der Postbank erhalten. Der Verbraucher kann Privatdarlehen zwischen 3.000 und 50.000 Euro Höhe wählen, dessen Zinssatz einheitlich 7,29 Prozent pro Jahr inklusive Bearbeitungsgebühr beträgt. Variabel sind auch die Laufzeiten des Kredits, sie liegen zwischen zwölf und 84 Monaten. Den Antrag dazu kann er im Internet unter tchibo.de stellen und muss hierzu seine Angaben wie Nettoeinkommen, Monatsmiete und Beschäftigung angeben. Hier kann der Kunde auch entscheiden, ob er zur Absicherung eine Restschuldversicherung abschließen möchte.

Allerdings ist der Antrag über Tchibo nicht ganz einfach, da er mit dem ausgedruckten Antrag nicht einfach in eine der 900 Tchibo-Filialen gehen kann, um diesen dann dort abzugeben. Nein – er muss zuvor eine Unterschrift zur Identifizierung von einem Post-Mitarbeiter bestätigen lassen, da die Tchibo-Mitarbeiter dazu nicht berechtigt sind. Zwar ist das Tchibo-Angebot kein Superschnäppchen, jedoch allemal besser als ein Angebot bei den Postbank-Filialen direkt, da sich die von der Kreditwürdigkeit des Kunden abhängigen Kosten hier bei einer 24-monatigen Laufzeit bestenfalls auf 9,48 Prozent effektiv belaufen und die Internetkonditionen nur in der günstigsten Einstufung 7,29 Prozent betragen. Diese können jedoch auch auf knapp elf Prozent je nach Bonität steigen.

Vorerst steht das Rettungspaket für den schwer angeschlagenen Speicherchip-Hersteller Qimonda. Neben Infineon und dem Freistaat Sachsen kam nun auch unerwartete Hilfe aus Portugal.

Wie die sächsische Regierung in einer eilig anberaumten Pressekonferenz am Sonntag mitteilte, räumte die portugiesische Investitionsbank zusammen mit dem Mutterkonzern Infineon sowie dem Land Sachsen Qimonda einen 325-Millionen-Kredit ein. Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) sagte dazu: „Wir haben heute den Durchbruch geschafft.“

Für das Werk in Dresden bedeutet die Kreditzusage vorerst die Sicherung von 3.200 Arbeitsplätzen. Nach Deutschland befindet sich in Portugal einer der wichtigsten Produktionsstandorte von Quimonda mit 1.800 Arbeitsplätzen.

Nach Unterstützung aus dem eigenen Land erhalten die angeschlagenen Autobauer Chrysler und General Motors nun auch kurzfristig von Kanada einen Kredit in Höhe von 3,3 Milliarden US-Dollar.

Gestern teilte Ministerpräsident Stephen Harper mit, dass das Land sowie die Provinz Ontario den angeschlagenen Autobauern rund 3,3 Milliarden US-Dollar kurzfristiger Kredite zur Verfügung stellen würden. Die Höhe des Kredits entspreche in etwa dem kanadischen Anteil von 20 Prozent an der nordamerikanischen Autofertigungskapazität. Durch die Unterstützung Kanadas soll zudem ein Abwandern der Industrie und somit dem Verlust an rund 600.000 Arbeitsplätzen entgegengewirkt werden. Die kanadische Regierung werde außerdem Hilfe für Autozulieferer starten sowie ein Programm ausarbeiten, die es Autokäufern ermöglicht, an günstige Kredite zu kommen.

Für die angeschlagenen US-Autokonzerne General Motors und Chrysler war die Kreditzusage des scheidenden US-Präsidenten George W. Bush in Höhe von 17,4 Milliarden Dollar zur vorläufigen Rettung wie ein Weihnachtsgeschenk in letzter Minute. Barack Obama, Bush´s künftiger Nachfolger unterstützte die Notfallkredite, warnte jedoch die Autobauer auch eindeutig davor, ihre Chance nicht zu vergeuden. Die Autobranche müsse nun schwere Entscheidungen treffen, um ihre Überlebensfähigkeit unter Beweis zu stellen.

Wie Bush am Freitag in Washington sagte, müssen die Autobauer bis zum 31. März ihre Sanierungspläne vorlegen, ansonsten würden ihnen die Darlehen wieder entzogen und es bliebe nur der Konkurs. Außerdem verlangte Bus von der Autogewerkschaft Zugeständnisse. Die Überwachung der Sanierung, übergab Bush bis zu seinem Amtsende dem US-Finanzminister Henry Paulson.

Desweiteren müssen die Autohersteller zur Sanierung ihrer Unternehmen Gehaltsbegrenzungen für Führungskräfte und die Aussetzung von Dividendenzahlungen in Kauf nehmen sowie auch Optionsscheine auf Aktien ohne Stimmrecht bereitstellen. Bis zur völligen Sanierung, die bei eigenständiger Rückzahlung des Notfallkredits erfolgt ist, verlangt die Regierung das Recht zur Einsicht in ihre Bücher.

Wie aus Regierungskreisen berichtet wurde, entsprechen diese Bedingungen genau dem Gesetzentwurf zur Rettung der Autobranche, der vergangene Woche im US-Repräsentantenhaus verabschiedet wurde, jedoch im Senat scheiterte.

Wie WELT ONLINE berichtete, ist der Mutterkonzern Infineon nun bereit, seinem Tochterunternehmen, dem angeschlagenen Speicherchip-Hersteller Qimonda einen 75 Millionen Euro-Kredit zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig wies der Infineon-Chef, Peter Bauer, die Vorwürfe aus der Politik, sein Konzern beteilige sich nicht ausreichend an der Rettung von Qimonad, zurück.

Der Konzernchef äußerte nun gegenüber WELT ONLINE: „Wir sind bereit, Qimonda aus unseren eigenen Mitteln einen Kredit über 75 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Zusätzlich haben wir vorgeschlagen, ein Aktienpaket an Sachsen zu verkaufen und den Erlös ebenfalls Qimonda zu geben. Beides zusammen ist deutlich mehr als 100 Millionen Euro wert.“ Die Vorwürfe aus der Politik wies Konzernchef Bauer gegenüber WELT ONLINE ebenfalls zurück. „Ich kann den schwarzen Peter nicht annehmen. Wir haben von Anfang an unsere Position deutlich gemacht und immer gesagt, wieweit unsere Mittel reichen. Wir sind bereits an unsere Grenzen gegangen. Mehr können wir nicht leisten“, sagte Bauer und schloss eine Erhöhung des Angebots aus.

Obwohl es zwischen dem Freistaat Sachsen und Infineon immer noch Spannungen gibt, zeigt sich Bauer auch weiterhin gesprächsbereit, obgleich laut Bauer eine Lösung allerdings schwierig sei. Gegenüber WELT ONLINE betonte Bauer: „Ich bin an einer Deeskalation der Lage interessiert. Angesichts der schwierigen Situation von Qimonda ist sicherlich jeder bereit, über seinen Schatten zu springen und die Gespräche fortzusetzen.“

Die Lage des Halbleiterkonzerns selbst ist auch weiterhin angespannt. Gegenüber dem Blatt äußerte er sich: „Die Wahrscheinlichkeit, dass die Entwicklung die kommenden zwei Quartale ins Positive dreht, ist nicht sehr hoch.“ Bauer schloss jedoch aus, dass der Halbleiterkonzern in eine ähnlich dramatische Lage wie Qimonda kommen könnte, da „unser operatives Geschäft gesund ist“, betonte er gegenüber dem Blatt. Allerdings hält Bauer die Millionenhilfe für die Speicherchip-Tochter Qimonda für gerechtfertigt.