News im November, 2008
Geschrieben am: 17 November 2008 in
Wirtschaft
Zur Zahlung russischer Gaslieferungen im kommenden Winter erhält Weissrussland aus Moskau ein Darlehen über zwei Milliarden US-Dollar. Nach Angaben der Agentur Interfax kündigte Russlands Finanzminister Alexej Judrin am Donnerstag in Moskau bei der Unterzeichnung eines entsprechenden Vertrags mit weissrussischen Regierungsvertretern an, dass in den nächsten Tagen die erste Hälfte des Darlehens bereits überwiesen werden soll
Erst vor kurzem hatte sich Weissrussland der Europäischen Union wieder angenähert, nachdem die EU aufgrund der dortigen Demokratiedefizite im Jahre 2004 ihre Beziehungen zu Weissrussland eingefroren hatte.
Geschrieben am: 17 November 2008 in
Wirtschaft
Wie das von Zahlungsunfähigkeit bedrohte Autozulieferer-Unternehmen Stankiewicz am Freitag im niedersächsischen Adelheidsforf mitteilte, haben die Banken einen Tag nach dem Appell des VAD dem Unternehmen wieder Luft verschafft. Sie hätten die Kündigungsrechte für ihre Darlehen bis Ende nächster Woche ausgesetzt und hielten alle Kreditlinien offen. Durch den Aufschub würde es ermöglicht, das Unternehmen fortzuführen.
Am Donnerstag bestätigte der angeschlagene Autozulieferer Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), dass das Unternehmen mit weltweit über 2100 Beschäftigten von der Insolvenz bedroht ist, sollten die Banken ihm keine Kredite mehr gewähren.
Aufgrund der andauernden Finanzkrise hatte der VDA an die Kreditwirtschaft appelliert, die Kredite der meist mittelständischen Zulieferbetriebe nicht zu kündigen, da dies ansonsten die gesamte Autobranche in Mitleidenschaft ziehen würde. Die von einigen Banken in Anspruch genommenen Mittel aus dem Rettungspaket des Bundes sollten die Kreditinstitute nicht nur zur Verbesserung von ihren Bilanzen verwenden, sondern auch, „um das laufende Geschäft mit den Geschäftspartnern der Banken weiterführen zu können“. Dieser Aufruf war die erste deutliche Warnung eines großen Branchenverbandes vor den Folgen verschärfter Kreditbedingungen.
Geschrieben am: 17 November 2008 in
Kredite
Gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ äußerte sich ein früherer CSU-Funktionär, dass die Bayerische Landesbank jahrelang der finanziell klammen Münchner CSU mit einem günstigen Kredit ausgeholfen habe. Der Freistaat ist zur Hälfte an der BayernLB beteiligt.
Das Kreditkonto wurde zeitweise gesperrt, da der CSU-Bezirksverband München Auflagen nicht erfüllt habe und „faktisch überschuldet“ gewesen sei. Münchens CSU-Chef Otmar Bernhard habe sich beim damaligen Finanzminister Kurt Falthauser über die Kontosperrung schriftlich beschwert. Mit der Bank habe Bernhard auch persönlich verhandelt, obwohl er als Mitglied im Finanzausschuss des Landtags für die BayernLB mit zuständig war.
Gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ erklärte die Münchner CSU, dass der Kreditrahmen anfangs „bis unter eine Million Mark, also circa 500.000 Euro“ betragen habe. Das Darlehen bestehe bis heute, jedoch sei es unter die „gegenwärtig geltende Kreditlinie reduziert“. Die CSU soll nach Angaben aus Parteikreisen fünf bis sieben Prozent Zinsen gezahlt haben. Die Konditionen seien nicht unüblich gewesen.
Geschrieben am: 12 November 2008 in
Banken
Wie die US-Wohnungsbehörde am Dienstag mitteilte, soll den Hausbesitzern das Abstottern von Immobilienkrediten bei den Hypothekenfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac erleichtert werden. Damit will die US-Regierung die in Not geratenen Hausbesitzern unterstützen.
Unterstützt würden Hausbesitzer, die vor einem Zwangsverkauf stünden und zur Rückzahlung des Darlehens mehr als 38 Prozent ihres Einkommens aufbringen müssten durch eine Reduzierung ihrer monatlichen Ratenzahlungen. Die Branche wurde vom Chef der Wohnungsbehörde, James Lockhart dazu aufgerufen, diese Vereinbarung als Standard zu übernehmen.
Nachdem der Häusermarkt in den USA eingebrochen war und immer weniger Menschen ihre Hypotheken zurückzahlen konnten, hatte die Regierung Anfang September die Kontrolle der beiden angeschlagenen Institute übernommen. Für rund die Hälfte aller US-Hypotheken stehen Fannie Mae und Freddie Mac direkt oder indirekt gerade.
Geschrieben am: 7 November 2008 in
Wirtschaft
Am Mittwoch genehmigte die US-Regierung einen zinsgünstigen Kredit in Höhe von 25 Milliarden Dollar. Dieses Darlehen soll vor allem den drei Autobauern General Motors, Ford und Chrysler bei der Umstellung auf verbrauchsärmere Fahrzeuge helfen. Da der Auto-Absatz in den USA im Oktober, bedingt durch die Konjunkturflaute um etwa ein Drittel eingebrochen war, fordern die Konzerne weitere Hilfen der Regierung. Für eine Ausweitung der Hilfen – auch für Zulieferbetriebe und Händler – sprachen sich zahlreiche Politiker aus der Auto-Region Detroit, dem Sitz der drei Hersteller, aus.
Für Investitionen in die Produktion umweltfreundlicher Fahrzeuge hat auch die EU-Kommission der Autoindustrie in Europa günstige Kredite in Aussicht gestellt. Hier fordert die Industrie ein Kreditvolumen von 40 Milliarden Euro.
Geschrieben am: 6 November 2008 in
Wirtschaft
Dank Hilfe der staatlichen russischen Entwicklungsbank VEB hat der russische Milliardär Oleg Deripaska seine Beteiligung am weltgrößten Buntmetallproduzenten Norilsk Nickel vorerst behalten und konnte einen mit 25 Prozent der Norilsk-Anteile gesicherten westlichen Kredit über 4,5 Milliarden Dollar (3,5 Milliarden Euro) komplett zurückzahlen. Aus dem Stützungspaket der Regierung hatte Deripaska zuvor einen Kredit über 4,5 Milliarden Dollar zur Verhinderung einer Übernahme seiner Norilsk-Aktien durch westliche Banken erhalten. Die Pfandrechte auf das Norilsk-Paket soll das westliche Bankenkonsortium demnächst an die VEB-Bank übertragen. Mit Hilfe westlicher Milliardenkredite hatte der 40-jährige Aluminiumbaron in den vergangenen Jahren sein Imperium um den weltgrößten Aluminiumproduzenten RusAl zusammengekauft. Zwischen Mai und Ende Oktober war der Wert seiner Norilsk-Aktien von 14,3 Mrd. Auf 3,25 Mrd. Dollar gesunken, stieg in den vergangenen Tagen aber wieder auf knapp 5,3 Mrd. Dollar an.
Bereits im Oktober stieg Deripaska beim deutschen Baukonzern Hochtief sowie auch beim kanadischen Autozulieferer Magna aus. Um seine 25 Prozent am Baukonzern Strabag in Österreich halten zu können, hatte Deripaskas Holding-Konzern Basic Element von der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG im Oktober noch einen Kredit über 460 Millionen Euro erhalten.
Russische Unternehmen müssen nach Expertenschätzungen in den kommenden 15 Monaten ausländische Kredite von mehr als 100 Mrd. Euro tilgen. Der Staat hilft mit seinen noch immer gewaltigen Währungsreserven von rund 500 Mrd. Dollar aus, da das ohnehin schwierige Kreditgeschäft fast komplett lahmgelegt ist.
Geschrieben am: 2 November 2008 in
Kredite
Um umweltfreundliche Innovationen zu fördern, stellt die Europäische Investitionsbank der europäischen Autoindustrie zinsbegünstigte Kredite in Höhe von 40 Milliarden Euro zur Verfügung.
Nach einem Treffen mit den Chefs der größten Konzerne zeigte EU-Industriekommisar Günter Verheugen Verständnis für deren Lage: „Europas Autokonzerne kommen derzeit von zwei Seiten unter Druck: Die Wirtschaftskrise bringt Umsatz- und Ertragseinbrüche, und die Politik fordert rasche Innovationen, um Spritverbrauch und Schadstoffausstoß zu senken.“ Deshalb fördere die EU-Kommission Überlegungen der Europäischen Investitionsbank (EIB), durch gestützte Kredite im Gesamtvolumen von 40 Milliarden Euro „grüne“ Innovationen zu unterstützen. Wie Verheugen betonte, gehe es hierbei nicht um „irgendwelche Zuschüsse“ für die Industrie, sondern um von der EIB zur Verfügung gestellte zinsbegünstigte Kredite, die kein Privileg nur für die Autoindustrie seien, sondern allen zur Verfügung stünden. Bei den Eigentümern der Bank – den EU-Staaten - liege die Entscheidung über ein solches Kreditpaket und den Zeitplan.
Die Alarmglocken schrillen auch in Österreich, da auch hier in der Autoindustrie massiv Personal abgebaut oder Kurzarbeit angesetzt wird. Deshalb plädiert Wirtschaftsminister Martin Bartenstein für den Sektor ein umfassendes Stützungsprogramm: „Wir müssen der Industrie ebenso helfen wie die USA.“ Denn allein in Österreich seien rund um die Autozulieferer „hunderttausende Arbeitsplätze betroffen“. Auch Christian Streiff, Präsident des europäischen Dachverbands von Automobilherstellern (ACEA) und Chef des französischen Autokonzerns PSA Peugeot Citroën betonte, dass die Industrie angesichts der Finanzkrise „angemessene, vorübergehende Unterstützung“ brauche. Der Nachfrageeinbruch bedingt durch die Finanzkrise sowie notwendige Investitionen zur Umsetzung der geplanten neuen CO2-Ausstoß-Grenzen für Autos in der EU bringe die Wettbewerbsfähigkeit der Branche an ihre Grenzen. Die geplanten Strafen für die Hersteller, die die vorgegebenen Limits überschreiten, seien „einfach verrückt für uns“. Die neuerlich geplanten Strafzahlungen, die in dem EU-Gesetzesvorschlag vorgesehen sind, kritisierte auch Verheugen und sieht sie als zu hoch. Seiner Meinung nach ist die Ankurbelung der Autonachfrage notwendig. Eine Möglichkeit dafür wären Verschrottungsprämien für ältere Fahrzeuge, weil damit gleichzeitig der Schadstoffausstoß der Fahrzeugflotten gesenkt werde, sagte EU-Industriekommissar Verheugen.
Geschrieben am: 2 November 2008 in
Banken
Wie die Moskauer Wirtschaftszeitung „Wedomosti“ am Freitag unter Berufung auf eine Mitteilung der Alfa-Telekomtochter Altimo berichtete, wird die Deutsche Bank demnächst zwei Kredite über insgesamt 2 Milliarden US-Dollar (1,53 Milliarden Euro) von der russischen Unternehmensgruppe Alfa zurückbezahlt bekommen. Am Donnerstag sei die Summe von der russischen Entwicklungsbank VEB schon zur Verfügung gestellt worden.
Um einen Kredit über 1,5 Milliarden Dollar zu erhalten, hatte die Telekomtochter Altimo 2007 bei der Deutschen Bank 44 Prozent der Anteile an Russlands zweitgrößtem Mobilfunkbetreiber VimpelCom verpfändet. Der Wert des VimpelCom-Anteils schrumpfte aufgrund der internationalen Finanzkrise um fast die Hälfte und wie aus Bankenkreisen verlautete, habe die Deutsche Bank deshalb höhere Sicherheiten verlangt. Altimo hat zur Refinanzierung ihrer Schulden gegenüber der Deutschen Bank bei der VEB-Bank einen Kredit über zwei Milliarden Dollar aufgenommen und nach erfolgter Abfindung soll die Deutsche Bank die Pfandrechte auf den 44-prozentigen VimpelCom-Anteil an die VEB-Bank übertragen. Die Alfa-Gruppe hatte zuvor Medienberichte, wonach sie sich von den VimpelCom-Anteilen trennen wolle, dementiert.