Kredit News
News und Informationen über Kredite

News im November, 2008

Die Zinsen bei Immobilienkrediten sinken weiter, zur Zeit schwanken sie täglich um bis zu 0,1%. Zum ersten Mal seit fast zwei Jahren gibt es Zinsangebote unter 4% für fünfjährige Immobilienkredite und Darlehen mit 10jähriger Zinsbindung für unter 4,5%.

Kai Oppel vom Baugeldvermittler HypothekenDiscount erklärt die niedrigen Zinsen mit dem nachlassenden Inflationsdruck und der schlechten Konjunkturstimmung. Durch niedrigere Leitzinsen versuchen die Notenbanken weltweit eine Rezession zu verhindern, damit werden auch Kredite günstiger. Laut Oppel plant auch die Europäische Zentralbank weitere Zinssenkungen.

Den idealen Zeitpunkt für die Aufnahme eines Immobilienkredits gibt es nicht, aber ein Vergleich lohnt sich derzeit auf jeden Fall. Hypothekendiscount zufolge können dabei mehrere Tausend Euro gespart werden. Experten raten deshalb allen, die in nächster Zeit eine Immobilienfinanzierung in Anspruch nehmen möchten, einen sorgfältigen Vergleich der Angebote durchzuführen und so die aktuellen günstigen Konditionen optimal zu nutzen. Dabei sollte nicht nur auf fünfjährige Immobilienkredite geschaut werden, die sich laut Hypothekendiscount nur für bestimmte Kundengruppen eignen: Kunden mit guter Bonität und einem Finanzierungbedarf von unter 100.000 Euro. Allen anderen empfiehlt der Baugeldvermittler längere Zinsbindungen von 10-15 Jahren, da sie langfristige Kalkulationssicherheit bieten. Solche Kredite werden aktuell mit etwa 5% Zinsen angeboten.

Wie der IT-Sicherheitsspezialist Symantec kürzlich berichtete, wurden im letzten Jahr im Internet gestohlene Waren und zugehörige Dienstleistungen im Gesamtwert von geschätzten 276 Millionen US-Dollar (umgerechnet 217 Millionen Euro) angeboten. Mit 31% gehören gestohlene Kreditkarten-Informationen zu den begehrtesten und meistgehandelten Waren, die im Internet. Mit einem durchschnittlichen Kreditrahmen von 4000 Dollar (3150 Euro) betrug der Schaden damit umgerechnet rund 4,2 Milliarden Euro. Kreditkarten-Daten kosten zwischen 10 Cent und 25 Dollar, sogar Mengenrabatte sind möglich. Ebenfalls sehr beliebt bei Internet-Kriminellen sind andere Finanzdaten wie z.B. Kontonummern, deren Handel etwa 20% ausmacht. Der potenzielle Wert dieser gehandelten Daten beläuft sich auf etwa 1,3 Milliarden Euro.

Symantec bezeichnet den Datenhandel im Internet als effizienter globaler Marktplatz, an dem sich sowohl straff organisierte Banden als auch lockere Gruppen beteiligen. Über “normale” Stellenanzeigen werden Fachkräfte und Experten gesucht, deren Wissen bei den Online-Raubzügen genutzt wird. Die meisten Server, die für die illegalen Transaktionen genutzt werden, stehen in den USA (45%), gefolgt von Europa, Mittlerer Osten und Afrika (38%), weit dahinter der asiatisch-pazifische Raum mit 12% und Lateinamerika mit 5%.

Diese Daten stammen aus einer einjährigen Beobachtung, die Symantec zwischen Juli 2007 und Juni 2008 durchgeführt hat. Dabei wurden 69.130 Händler unter die Lupe genommen und 44 Millionen E-Mails aus Untergrund-Foren analysiert.

Analyst und Symantec-Sicherheitsexperte Candid Wüest fordert eine anhaltende Weiterentwicklung der Maßnahmen zur Bekämpfung der Internet-Kriminalität um den Instrumenten und Methoden, die von den Kriminellen genutzt werden, etwas entgegen zu setzen.

Derzeit erhalten Unternehmen für umfangreiche Projekte sowie kleinere Unternehmen mit geringer Bonität laut DIHK seltener die nötige Finanzierung. Die Bundeskanzlerin Angela Merken appellierte auf einer Veranstaltung in Berlin an die Banken, den Unternehmen künftig wieder großzügiger Kredite zu gewähren. Innerhalb von zwei Monaten hat sich der Anteil der Unternehmen, die keine Kredite erhalten oder deren Kredite nicht verlängert werden, um vier Prozentpunkte auf sechs Prozent erhöht. Das ergab eine am Dienstag vorgestellte Blitzumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), an dem 1.200 Firmen beteiligt waren.

Wie die Umfrage zeigte, seien besonders Großunternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten zur Finanzierung größerer Projekte sowie kleinere Unternehmen bis zu zehn Mitarbeitern, deren Bonität nicht besonders gut sei, davon betroffen. 28 Prozent der Unternehmen berichteten im Rahmen der Umfrage von verschlechterten Kreditkonditionen. Bei den Kreditkonditionen gibt es keine signifikante Unterschiede zwischen privaten Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken, so die Worte des DIHK-Chefvolkswirts Volker Treier. Jürgen Fitschen, Deutschland-Chef der Deutschen Bank sagte erst am Montag, dass er für eine Kreditklemme keinerlei Anzeichen sehe. Die Refinanzierung vieler Institute habe sich im Rahmen der Finanzmarktkrise verteuert und dadurch erhöhen sich auch die Kreditzinsen. Einen abschlägigen Kreditbescheid erhielten nach der Umfrage nur ein Prozent der Betriebe mit 500 und 1000 Mitarbeitern. Um diese Betriebe, die eine gute Eigenkapitalquote aufwiesen, gebe es auch einen verschärften Wettbewerb unter den Banken, so der DIHK.

Am Montag teilte der Internationale Währungsfonds (IWF) in Washington mit, dass er Pakistan mit 7,6 Milliarden Dollar (knapp 5,9 Milliarden Euro) unter die Arme greift. Durch das Darlehen solle das pakistanische Stabilitätsprogramm für die Wirtschaft unterstützt werden. Seit dem Ausbruch der weltweiten Finanzkrise ist dies der erste IWF-Kredit für ein asiatisches Land.

Zuletzt stand Pakistan kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. Beide Seiten hatten bereits am 15. November eine Grundsatzeinigung über den Kredit geschlossen. Die Zinsen für das Darlehen sollen nach damaligen Angaben aus Islamabad 3,5 bis 4,5 Prozent betragen.

Einem Zeitungsbericht zufolge spricht der Luxusautohersteller Jaguar mit der britischen Regierung über einen Kredit in Höhe von einer Milliarde Pfund (rund 1,2 Milliarden Euro). Unter Berufung auf Regierungskreise in London berichtete die „Sunday Times“, dass Premierminister Gordon Brown die Anfrage prüfe.

Der indische Mischkonzern Tata Motors hatte erst vor neun Monaten für 2,3 Milliarden Dollar (rund 1,8 Milliarden Euro) die Marken Jaguar und Land Rover gekauft. Einige Branchengrößen gerieten seit der schweren Krise der Automobilindustrie an den Rand der Insolvenz. Am Sonntag äußerte sich Jaguar – Land Rover zu dem Bericht nicht direkt, erklärte aber, dass sie Branchenverbände bei ihrem Bemühen um Regierungshilfen unterstützen werden. Wie die Zeitung weiter berichtete, bereiten Tata Motors die Anschlussfinanzierungen Probleme, die aufgrund sinkender Einnahmen und der Kreditklemme aufgetreten sind.

Einer Umfrage von QS TopMBA, dem Veranstalter der Messe „World MBA Tour“ zufolge klaffen die Vorstellungen, was die Finanzierung des MBA-Studiums angeht, zwischen Amerikaner, Asiaten und Europäer sehr auseinander. Bei dieser Umfrage wurden die Besucher der Ys World MBA Tour im Herbst 2007 und Frühjahr 2008 befragt.

Bei der Studie stellte sich heraus, dass die Hoffnung auf ein Stipendium bei den Asiaten mit 44 Prozent am größten ist, gefolgt von den Europäern mit 41 Prozent. Ganz anders sieht es dagegen in den USA aus, hier rechnen nur 29 Prozent damit, in den Genuss eines Stipendiums zu gelangen, und das, obwohl gerade in den USA unzählige Stipendien vergeben werden. Fast die Hälfte der Amerikaner (49 Prozent) müssen sich durch für ihr Studium mit der Aufnahme eines Kredits verschulden. Bei den Europäern sind es dagegen nur 27 Prozent, denn hier greift man für seine Ausbildung am häufigsten auf sein Erspartes zurück (17 Prozent).Wiederum erhoffen sich die Asiaten mit 12 Prozent die größte Unterstützung von der Familie. Eine Unterstützung zum Studium von Seiten der Arbeitgeber ist überall nur sehr gering (zwischen zwei und vier Prozent). Die Bereitschaft, zum Studium einen Kredit aufzunehmen ist überall deutlich gestiegen. Da die Befragung deutlich vor der derzeit weltweiten Finanzkrise stattgefunden hat, ist offen, ob sich im Rückgang der Unterstützung durch Arbeitgeber bereits eine Folge der Kreditkrise widerspiegelt.

Interessant war auch die Erkenntnis der Studie, dass der Anteil der Stipendium-Bewerber überall deutlich gesunken ist, denn immer weniger Interessenten glauben, dass sie dafür nicht in Frage kommen und bewerben sich erst gar nicht.

Nun hat sich auch der Chef von Ford-Deutschland in die Diskussion um einen Milliardenbürgschaft für den Autobauer Opel eingeschaltet. Laut Medienberichten fordert Bernhard Mattes eine große europaweite Lösung: einen 40 Milliarden Euro Kreditrahmen.

Gegenüber der Nordrhein-Westfalen-Ausgabe der „Bild“-Zeitung sagte Mattes: „Wir befürworten einen Kreditrahmen von 40 Mrd. Euro bei der Europäischen Investitionsbank, um allen europäischen Automobilherstellern die Möglichkeit zu geben, die hohen Anforderungen der EU hinsichtlich Verbrauchsenkung, Emissionen et cetera noch schneller zu erfüllen. Denn dazu müssen wir alle unsere Entwicklungen vorantreiben.“ Mattes Vorstellungen nach soll dieser Kreditrahmen kein Rettungsschirm sein, sondern die finanziellen Mittel sollen verzinst zurückgezahlt werden. „Es geht hier um moderne Technologie und die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt“, sagte er. Eine Finanzspritze der Bundesregierung für sein Unternehmen schloss Mattes aus: „Wir brauchen kein Geld von Frau Merkel. Wir haben nie und werden nie staatliche Hilfen der Bundesregierung in Anspruch nehmen.“ Und das, obwohl die Lage von Ford in Europa nicht allzu rosig ist. Der Ford-Chef gab an, dass das Ziel von Ford, in diesem Jahr rund 18 Millionen Autos europaweit zu verkaufen, wohl nicht erreicht wird. Auch das Wachstum in Osteuropa könne die Verluste in Westeuropa nicht kompensieren, so Mattes.

Um eine Verschlechterung ihrer Finanzierungsbedingungen zu verhindern, sollte einer Studie zufolge der Mittelstand verstärkt mit ihren Hausbanken reden. Gerade in Zeiten der Finanzkrise sei dies äußerst wichtig. Die Studie wurde am Mittwoch in Berlin vorgestellt, wo sich ein Ko-Autor, Stephan Paul, dazu äußerte: „Wir haben eine strukturelle Kommunikationsklemme festgestellt, die die Kreditklemme, die eventuell ansteht, verschärfen könnte.“ In einigen Branchen ist schon eine kräftige Drosselung der Darlehensvergabe der Banken bis hin zum Zudrehen des Geldhahns nach Ansicht von Mittelstandsvertretern zu spüren. Ingeborg Neumann, Vorstand im Mittelstandsausschuss des Industrieverbandes BDI sagte zu Reuters: „Sie ist in bestimmten Bereichen definitiv schon da, vor allem bei den Automobilzulieferern.“

Eine gute Finanzkommunikation lohnt sich der Studie zufolge, da Firmen mit einem Vertrauensverhältnis zu ihrer Bank demnach weniger Sicherheiten geben müssen und dadurch mit einem größeren Kreditvolumen rechnen können. Die Finanzierung ist allerdings nicht günstiger.

Im September wurden für die Studie mehr als 700 Firmen und rund 300 Kapitalgeber unter anderem im Auftrag des BDI befragt.

Auch für die gut 30.800 deutschen Kunden der isländischen Kaupthing-Bank wird es wohl doch noch ein Happy-End geben, da sich am Dienstag die Mitgliedstaaten des Internationalen Währungsfonds (IWF) darauf einigten, Island Kredite zu gewähren. Die IWF stellte für diese Hilfe als Bedingung, dass Island für die Einlagen ausländischer Bankkunden Garantien übernimmt. In den vergangenen Tagen hatten sich die positiven Vorzeichen bereits gehäuft. Am Montag hatte die isländische Regierung erstmals auch Garantien für mehr als 300.000 britische und niederländische Kunden der ebenfalls zusammengebrochenen Onlinebank Icesave abgegeben. Ein Sprecher des isländischen Einlagensicherungsfonds sagte in Reykjavik, dass nach den Verhandlungen zwischen Island und Deutschland „spätestens in einigen Wochen“ mit einer Lösung zu rechnen sei.

Die Niederlassung der isländischen Kaupthing-Bank in Deutschland hatte mit attraktiven Zinsen für Tages- und Festgeld um Kunden geworben. Durch die Finanzkrise geriet die Kaupthing-Bank in Bedrängnis und daraufhin sperrte die deutsche Bankenaufsicht Bafin am 9. Oktober die Konten der deutschen Anleger. Sie kamen nicht mehr an ihr Geld. Am 31.Oktober stand dann endgültig fest, dass die Kaupthing-Bank pleite ist. Die deutschen Sparer bangen seitdem um ihr angelegtes Geld. Jetzt ist die isländische Einlagensicherung zuständig, pro Kunde garantiert sie mindestens Einlagen in Höhe von 20.887 Euro. Jedoch war bis jetzt noch nicht klar, ob in dem Fond überhaupt genug Geld vorhanden ist, um den deutschen Kunden tatsächlich ihre Guthaben zu erstatten, da durch die Pleite von drei großen isländischen Banken entsprechend viele Sparer entschädigt werden müssen.

Nach den Verhandlungen zwischen den Regierungen heißt es aus Verhandlungskreisen, dass es nun als sicher gilt, dass die deutschen Kaupthing-Kunden ihre Einlagen bis zur Garantiegrenze zurückbekommen werden.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) gewährt dem durch die Finanzkrise in Bedrängnis geratenen Balkanland Serbien Finanzhilfe in Höhe von 518 Millionen Dollar (rund 410 Millionen Euro). Am Montag (Ortszeit) teilte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn mit, dass Serbien das Geld im Rahmen einer sogenannten Standby-Vereinbarung innerhalb von 15 Monaten in Anspruch nehmen kann. Jedoch werde der Balkanstaat die angebotene Kreditlinie nur ausschöpfen, sollte es in eine akute Notlage geraten, betonte Strauss-Kahn weiter.

In Serbien waren die bisher hohen Wachstumsraten aufgrund der weltweiten Finanzkrise zurückgegangen. Das Balkanland rechnet für 2009 nur noch mit einem Plus von drei Prozent anstatt der prognostizierten sieben Prozent. Die serbische Regierung muss im Rahmen der Vereinbarung mit dem IWF ihr Budgetdefizit von derzeit 2,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im kommenden Jahr auf 1,5 Prozent verringern.