Kredit News
News und Informationen über Kredite

News im Oktober, 2008

Obwohl gerade erst bekannt geworden war, dass mehrere AIG-Manager mit Steuergeldern einen Luxusurlaub finanziert hatten, erhält der vorerst gerettete US-Versicherungsriese American International Group (AIG) von der US-Notenbank Fed eine erneute Kapitalspritze in Höhe von 38 Milliarden Dollar.

Dem Versicherungsriesen AIG bewilligte die US-Notenbank gut drei Wochen nach dem ersten Rettungspaket einen erneuten Riesenkredit. Am Mittwoch teilte sie in New York mit, dass sie AIG erneut rund 38 Milliarden Dollar (27,8 Milliarden Euro) an Kredit zur Verfügung stellt, da das erste Darlehen in Höhe von 85 Milliarden Dollar aufgebraucht sei. Mitte September hatte die Fed den Konzern durch das Darlehen vor dem Kollaps bewahrt und im Gegenzug dafür knapp 80 Prozent der AIG-Aktien übernommen. Damit steht der Versicherungsriese nun unter staatlicher Kontrolle.*

Bei einer Anhöhrung im US-Kongress wurde erst am Dienstag bekannt, dass eine Woche nach der Rettung des Konzerns mehrere AIG-Manager mit Steuergeldern einen Urlaub in einem Luxushotel an der kalifornischen Küste verbracht haben. Auf den 440.000 Dollar teuren „Kuraufenthalt“ reagierte die Regierung verärgert. Die Präsidentensprecherin Dana Perino sagte dazu am Mittwoch in Washington: „Das ist ziemlich verachtenswert.“

Endlich geschafft – der Eigenheim-Kredit von 200.000 Euro ist abbezahlt. Jedoch steht die Grundschuld zugunsten der Bank immer noch im Grundbuch, da diese nicht automatisch gelöscht wird. Dadurch besteht das theoretische Risiko einer Zwangsvollstreckung, bestätigte der Bonner Notar Michael Uerlings. „Weil die Grundschuld ein abstraktes Sicherungsrecht ist, kann der Gläubiger jederzeit die Zwangsvollstreckung betreiben, ohne zu beweisen, dass er Inhaber der Forderung ist.“ Losgelöst vom Bestand der zugrundeliegenden Kreditforderung führt also die Grundschuld gewissermaßen ein Eigenleben.

In einem solchen Fall kann sich der Immobilieneigentümer mit einer Vollstreckungsgegenklage zur Wehr setzen und wird den Prozess auch gewinnen, wenn er die Bezahlung der Kreditforderung beweisen kann, so der Sprecher der Rheinischen Notarkammer. Den Beweis erbringt eine so genannte Löschungsbewilligung, die man sich unbedingt bei Erfüllung der Kreditforderung von der Bank aushändigen lassen soll. Denn nur mit dieser Bewilligung erlaubt die Bank die Löschung der Grundschuld. Handelt es sich um eine sogenannte Briefgrundschult, sollte man sich unbedingt den Grundschuldbrief aushändigen lassen. Beide Dokumente sollte der Immobilieneigentümer gut aufbewahren, damit er gegen mögliche unredliche Gläubiger Beweise in der Hand zu hat.

Die Grundschuld kann auch durchaus im Grundbuch stehen gelassen werden, das hätte folgenden Vorteil: Bei einem späteren neuen Kredit kann die alte Grundschuld dem Gläubiger als Sicherung dienen. Dadurch würde man etwa 375 Euro sparen, die für die Löschung der Grundschuld bei dieser Höhe anfallen würde sowie die Kosten für die Neubestellung würden auch entfallen, was bei 200.000 Euro etwa 750 Euro sind. Sollte der neue Kredit jedoch bei einer anderen Bank aufgenommen werden, würde diese Ersparnis eventuell wieder aufgefressen, da die Grundschuld ja auf den neuen Kreditgeber umgeschrieben werden muss.

Lohnt sich also das mögliche Risiko, um Kosten zu sparen? Es kann ja auch beim Stehenlassen der Grundschuld dazu kommen, dass diese von einem neuen Gläubiger in Anspruch genommen wird, einer „Heuschrecke“, an die die Bank die Grundschuld abgetreten hat.

Da die Löschung der Grundschuld über einen Notar beantragt werden muss, wird Notar Uerlings immer wieder mit solchen Fragen konfrontiert. Er sagt: „Jüngeren Mandanten, die auf absehbare Zeit vielleicht einen neuen Kredit in Anspruch nehmen wollen, rate ich dazu, die Grundschuld stehen zu lassen.“ Anders sehe er dies bei älteren Leuten. „Die sollten ihren Erben ein sauberes Grundbuch hinterlassen, damit diese sich nicht damit herumärgern müssen, dass sie benötigte Unterlagen nicht mehr auffinden.“

Im Kampf gegen die immer ausuferndende Geldmarktkrise hat sich die US-Notenbank und das Finanzministerium zu einem dramatischen Schritt entschlossen. So teilte Federal Reserve am Dienstag mit, dass sie in Zukunft den Emittenten Liquidität durch den Ankauf unbesicherter kurzer Anleihen, so genannten Commercial Papers, zur Verfügung stellen will. Da Commercial Papers durch Krise auf den Finanzmärkten nahezu wertlos geworden sind, ist diese Maßnahme in der fast 100jährigen Geschichte der Fed einmalig. Normalerweise akzeptieren Zentralbanken als Sicherheiten nur erstklassige und vor allem liquide Wertpapiere als Sicherheiten. Die Commercial Papers erwarb Fed über eine außerbilanzielle Zweckgesellschaft.

Diese bis Ende April kommenden Jahres beschränkte Maßnahme wird vom US-Finanzministerium unterstützt und soll weitere substanzielle Verwerfungen an den Märkten, im Bankensystem sowie in der Wirtschaft verhindern, hieß es in der Fed-Mitteilung. Weiter hieß es, dass das Finanzministerium eine neue, speziell für diesen Zweck geschaffene Fazilität mit Einlagen ausstatten werde, um das Ausfallrisiko in Grenzen zu halten. Außerdem soll durch diesen Schritt der Fed der wichtige Markt für Commercial Papers wieder stabilisiert werden. In welchem Volumen Papiere angekauft werden sollen und welche Emittenten dafür in Frage kommen, blieb am Dienstag zunächst noch unklar. Der Markt wird von Fed auf 1,3 Billionen Dollar beziffert.

Die Ankündigung der Notenbank sorgte an den Börsen zunächst für Erleichterung und der Dow Jones tendierte zu Beginn im leichten Plus. Auch der Dax in Frankfurt stieg leicht. Für diesen ungewöhnlichen Schritt zollten einige Analysten der Fed Lob.

Zur Umsetzung der verschärften Umweltanforderungen wollen jetzt auch die europäischen Automobilhersteller analog zu den US-Konzernen öffentliche Hilfen einfordern. Das bestätigte am Wochenende gegenüber dem „Wall Street Journal“ (WSJ – Montagsausgabe) ein Fiat-Sprecher. Um die Fahrzeugflotte schneller auf die von der EU geforderten Emissionsobergrenzen umstellen zu können, wolle die Branche von der Europäischen Kommission Kredite über 40 Milliarden Euro einfordern. Für die US-Automobilhersteller hat vor kurzem der US-Kongress ein Kreditprogramm von 25 Milliarden US-Dollar bewilligt, damit diese ihre Fahrzeuge sparsamer und umweltfreundlicher machen können.

Wie das „Wall Street Journal“ schreibt, soll Fiat dem europäischen Automobilverband ACEA auf der Board-Sitzung am Freitag, bei der es um die verschärften Emissionsregeln ging, einen entsprechenden Vorschlag gemacht haben. Die Obergrenze von 120 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer soll künftig für den Durchschnitt der gesamten Fahrzeugpalette jedes einzelnen Herstellers gelten. Für die weltweite Klimaerwärmung wird der Kohlendioxid-Ausstoß verantwortlich gemacht. Diese Obergrenze bereits bis zum Jahr 2012 zu schaffen, ist aus Sicht der Automobilhersteller wirtschaftlich unmöglich. Deshalb haben sie auf die Verschiebung des Termins auf 2015 gedrängt.

„Alle europäischen Automobilhersteller stimmen bei der Forderung (nach 40 Milliarden Euro) überein“, sagte am Wochenende ein Fiat-Sprecher und bestätigte damit die vorher gemachte Aussagen von CEO Sergio Marchionne. Eine mit dem Fiat-Vorstoß vertraute Person sagte der Zeitung, dass die genauen Details der Forderungen noch unklar seien.

Bislang gibt es keine formale Vereinbarung der Hersteller, so die Angaben von ACEA-Generalsekretär Ivan Hodac. Der Verband sei bisher auch noch nicht an die EU-Kommission herangetreten. Zu den Details der Diskussion auf der ACEA-Board-Sitzung wollte sich Hodac nicht äußern.

In der letzten Minute kam es doch endlich zu einer Einigung zur Rettung des angeschlagenen Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung verlangen die Bundesregierung sowie auch die an der Rettung beteiligten Banken als Konsequenz dafür den Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden der HRE, Georg Funke sowie weitere verantwortliche Topmanager. Am Montag äußerten sich dazu zwei mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters gegenüber, dass der in die Kritik geratene HRE-Chef Georg Funke nach endgültiger Aushandlung der Details zum Rettungspaket das Unternehmen verlassen werde. Ebenso werde auch der Aufsichtsratschef Kut Viermetz von seinem Amt zurücktreten. Bereits am späten Sonntagabend sagte Finanzminister Peer Steinbrück (SPD), der die HRE-Verantwortlichen scharf kritisierte: „Ich habe keinen Grund, das Management zu schonen.“

Zu Beginn der Krisensitzung gab das Management der Hypo Real Estate eine weitere Lücke in Milliardenhöhe bekannt und löste das „blanke Entsetzen“ aus. Gegenüber dem ZDF äußerte sich Minister Steinbrück: „Die Bundesregierung fühlt sich definitiv falsch informiert von diesem management, und damit drücke ich mich sehr höflich aus.“ Es wurden immer mehr Rücktrittsforderungen aus den Reihen der Politik an Funkes Adresse laut. Gegenüber dem Deutschlandfunk äußerte sich der Bundesfinanzminister: „Ich halte es für undenkbar, dass mit dem jetzigen Management weiter zusammengearbeitet wird.“ Read the rest of this entry »

Die Zusage für einen kurfristigen Kredit in Höhe von 35 Milliarden Euro für die angeschlagene Hypo Real Estate (HRE) ist nicht mehr gültig, teilte der deutsche Immobilienfinanzierer mit. Nun muss das angeschlagene DAX-Unternehmen schnellstens eine Lösung finden, bis zur Eröffnung der Aktienmärkte am Montag hat es noch Zeit. Einem Konzernsprecher zufolge soll die irische Regierung signalisiert haben, dass sie Maßnahmen überprüfe, mit denen die in Irland angesiedelte Tochter Depfa unterstützt werden kann. Depfa hatte die HRE in den Strudel der Finanzkrise gerissen.

HRE-Sprecher Hans Obermeier erklärte, dass man darum kämpfe, das Unternehmen zu erhalten und man nun prüfe, welche Konsequenzen für die Einheiten des Konzerns drohen. Man müsse alternative Maßnahmen suchen, doch ohne die Beteiligung von Banken sei eine Rettung nicht möglich. Großaktionäre wie der US-Finanzinvestor J.C. Flowers hätten ihre Bereitschaft zur Unterstützung der HRE bereits deutlich gemacht, jetzt bleibe zu hoffen, dass “sich alle Beteiligten der Dringlichkeit und Ernsthaftigkeit der Lage bewusst sind”, so Obermeier.

Ursprünglich war geplant, die HRE mit einem kurzfristigen Kredit in Höhe von 15 Milliarden Euro von der Finanzbranche und von 20 Milliarden Euro von der Bundesbank, zu retten. Die Kredite sollten bis in die zweite Jahreshälfte des kommenden Jahres hinein reichen und mit Bürgschaften abgesichert werden. Der Bund sollte mit rund 26,5 Milliarden Euro den Großteil dieser Bürgschaften tragen. Das Finanzministerium ließ noch keine Stellungnahme zu den aktuellen Ereignissen verlauten. Es hieß, dass die Bankenaufsicht zunächst für die HRE zuständig sei.

Im Zuge der internationalen Finanzkrise hat sich auch die Situation für private Kreditnehmer verschärft. Ob Überziehungskredit, Konsumentenkredit oder Baufinanzierung - Kredite sind aktuell teilweise erheblich teurer als noch vor wenigen Wochen. So berechnete der Finanzdienstleister Biallo, dass der Hypothekenzins bei einer Baufinanzierung bei einer Laufzeit von 10 Jahren momentan bei durchschnittlich 5,11% liegt, vor zwei Wochen betrug dieser im Durchschnitt nur 4,9%. Wer einen Kredit über 500.000 Euro aufnimmt, muss jetzt pro Jahr 2500 Euro mehr zahlen als zuvor.

Die neuen Rahmenbedingungen für die Kreditvergabe ist maßgeblich für diese Verteuerung verantwortlich: Aus Angst, die vergebenen Kredite nicht mehr refinanzieren zu können, wird jeder Darlehensinteressent sorgfältigst auf mögliche Ausfallrisiken überprüft. Durch die verschärften Kreditbedingungen erhalten heute viele Kunden keinen oder nur einen sehr teuren Kredit, die früher problemlos ein Darlehen erhalten hätten. Dies trifft besonders Häuslebauer mit wenig Eigenkapital.

Experten schätzen die Situation in Deutschland jedoch dennoch als wesentlich stabiler ein als in anderen Ländern. Die Kreditinstitute hierzulande könnten im Notfall auf Spareinlagen in Milliardenhöhe zurückgreifen und sind nicht so stark auf die Kapitalmärkte angewiesen.

Die wichtigsten Kredit-Begriffe

Geschrieben am: 1 Oktober 2008 in Kredite

Je größer die Kreditsumme ist, um so wichtiger ist es, dass der Kreditnehmer auch versteht, wie seine Vertragsbedingungen lauten. Doch schon bei dem Vergleich verschiedener Kreditangebote gibt es zentrale Begriffe, die jeder potentielle Kreditnehmer kennen sollte.

Die wichtigste Größe eines Kredits ist der Effektivzins. Dieser Wert gibt an, wie hoch die jährlichen Kreditkosten tatsächlichen sind, denn er berücksichtigt sämtliche Bearbeitungs- und andere Gebühren. Dem gegenüber steht der Nominalzins, der die reinen Zinsen angibt, ohne zusätzliche Kosten. Um einen reellen Eindruck von den tatsächlichen Kosten zu bekommen, sollte daher immer der Effektivzins die Vergleichsgröße des Kreditnehmers sein.

Dieser Zinsanteil ergibt zusammen mit dem Tilgungsanteil, also dem Teil, mit dem die Darlehenssumme abgetragen wird, die monatliche Rate. Die Kreditlaufzeit gibt an, wie lange die Rückzahlung erfolgt. Je nach Höhe des Kredits, kann sie auch 30 Jahre betragen, z.B. bei einem Hauskauf. Nach Ablauf der Zinsbindung und dem Abzug der bereits geleisteten Tilgung bleibt ein Betrag übrig, der als Restschuld bezeichnet wird. In vielen Fällen muss auch dieser Betrag wieder mit einem neuen Kredit finanziert werden.

Experten empfehlen: Um den Überblick zu behalten und auch die langfristigen Kosten zu kennen, sollte man sich von dem Kreditinstitut stets einen Tilgungsplan geben lassen, auf dem genau aufgelistet ist, zu welchem Zeitpunkt welche Restschuld erreicht ist.